Auch wenn die Preise für seltene Erden zuletzt wieder gestiegen sind: Für die Geldanlage sind diese Rohstoffe nicht geeignet. Davon ist Clemens Berendt überzeugt, leitender Portfoliomanager bei der Apobank. "Mit dem Quasi-Monopol auf seltene Erden besitzt das kommunistische China eine kraftvolle handelspolitische Waffe", betont der Finanzexperte. "Ohne Terbium, Gadolinium und Samarium können weder Autos elektrifiziert noch Windparks errichtet werden." Auch die Rüstungsindustrie sei auf diese Rohstoffe angewiesen.

Wenn China den Export von seltenen Erden einschränke, spürten deutsche Unternehmen das deshalb sofort, so Berendt. "Tatsächlich hat es hierzulande bereits vereinzelt Produktionsunterbrechungen gegeben. Wir begrüßen es, dass die deutsche Außenpolitik das Thema in den jüngsten Gesprächen mit der chinesischen Führung klar angesprochen hat." Eine Störung der Lieferketten aufgrund zu geringer Lieferung von seltenen Erden sei damit vorerst gebannt. Für den Markt seien das gute Nachrichten.

"Keine attraktive Anlageklasse"
"Dessen ungeachtet sind seltene Erden aus unserer Sicht keine attraktive Anlageklasse", betont der Portfoliomanager. Um mitzuverdienen, böten sich vor allem die Aktien von chinesischen Minengesellschaften an. "Diese sind aber überwiegend gering kapitalisiert und sehr schwankungsintensiv."

Er verweist beispielhaft auf den Kursverlauf des Vaneck Rare Earth and Strategic Metals ETF. "Der vor dreieinhalb Jahren aufgelegte börsennotierte Indexfonds ist zunächst binnen weniger Monate um 25 Prozent gestiegen, seitdem aber kontinuierlich gesunken", erläutert Berendt. Aktuell notiere er fast 60 Prozent unter dem Emissionspreis.

Schlechter als der breite Markt
Etwas besser hätten Anleger abgeschnitten, die in einen ETF auf den Branchenindex MSCI World Metals and Mining investierten. "Aber auch dieser Index hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich schlechter entwickelt als der MSCI World", so der Apobank-Experte. "In unserer Vermögensverwaltung spielen seltene Erden deshalb nur indirekt eine Rolle. Wir investieren vor allem in Technologie- und Industrieunternehmen, die seltene Rohstoffe im Produktionsprozess nutzen." (fp)