Nach dem Einbruch um rund 30 Prozent seit dem Jahreshoch auf unter 4.000 Dollar je Unze zog der Goldpreis zuletzt auf rund 4.600 Dollar je Unze an. Dass da bis Jahresende noch Luft nach oben drin ist, glaubt Alexander Posthoff, Portfoliomanager bei Bantleon. Er nennt ein Kursziel von 4.800 bis 5.000 US-Dollar je Unze.

Drei entscheidende Faktoren
Für die weitere Entwicklung zählt er drei entscheidende Faktoren auf: die geopolitische Lage, die Goldkäufe der Zentralbanken sowie die US-Zins- und Schuldenpolitik. Wie die US-Schuldenpolitik auf den Goldpreis wirken kann, zeigte sich erst vor wenigen Tagen: Auf die Ankündigung des US-Finanzministeriums, länger laufende US-Staatsanleihen zurückzukaufen bei gleichzeitiger Ausgabe kurz laufender Papiere, legte der Goldpreis deutlich zu, während der US-Dollar mit Kursverlusten reagierte.

Gold und Silber, teils auch Kryptowährungen, dürften als alternative Reserveanlagen zur Diversifikation weiter an Bedeutung gewinnen, meint der Bantleon-Experte. So steige auch die Goldnachfrage internationaler Zentralbanken deutlich an, die auf der Suche nach einer Alternative zum US-Dollar sind.

Charttechnische Argumente
Auch charttechnisch lasse sich als konservatives Kursziel für das laufende Jahr eine Range von 4.800 bis etwa 5.000 US-Dollar je Unze ableiten. Dabei hält Posthoff das unmittelbare Kurspotenzial im Fall einer Erholung für begrenzt. Im Bereich um 4.900 US-Dollar treffen eine Reihe technischer Widerstände zusammen, sodass den Bullen hier zunächst die Puste ausgehen dürfte. (jh)