Trotz der längst nicht bewältigten Corona-Krise schnellen die Kurse an den globalen Börsen unverdrossen nach oben. Bei den Redakteuren von "HZ", dem Schweizer Wirtschaftsportal von "Handelszeitung" und "Bilanz", wirft das einige Fragen auf: Ist das noch ein Boom? Ist es bereits Euphorie? Oder sind wir gar eine Stufe weiter? Um mögliche Antworten auf diese Fragen zu finden, sei es ratsam, sich mit den Modellen des Ökonomen Hyman P. Minsky (1919 – 1996) zu beschäftigen.

"Stabilität führt zu Instabilität"
Der US-Wirtschaftswissenschaftler hatte jahrelang erforscht, wie die Wirtschaft von einem stabilen Zustand immer wieder in chaotische Situationen abdriftet und wie dabei rationales, also vernunftgesteuertes Verhalten von Unternehmern, Verbrauchern und Anlegern nach und nach in spekulative Übertreibungen führt – oftmals sogar in Abläufe, die einem Schneeballsystem ähneln. "Je stabiler die Zustände werden und je länger die Lage stabil ist, desto unstabiler werden sie, wenn die Krise zuschlägt. Erfolg führt dazu, dass die Gefahr des Scheiterns unterschätzt wird", so Minsky. Wie gut seine Modelle die Realität beschreiben, wurde einer breiteren Öffentlichkeit erst im Zuge der Finanzkrise 2007/2008 schmerzlich bewusst.

In seinem 1986 erschienen Werk "Stabilizing an Unstable Economy" definierte Minsky fünf Phasen einer Spekulationsblase – klicken sie sich durch unsere Fotostrecke oben. (mb)