Der Covid-19-Schock scheint überstanden – zumindest in Europa. Die massiven geld- und fiskalpolitischen Interventionen stimulieren die Wirtschaft auf dem Kontinent ebenso wie die Lockerung der Lockdown-Beschränkungen. Die Anlagespezialisten von Pictet haben europäische Aktien daher auf übergewichtet hochgestuft. "Gleichzeitig haben wir unsere Übergewichtung in Gesundheit, einem defensiven Sektor, vor dem Hintergrund der US-Präsidentschaftswahlen im November reduziert", schreiben sie in ihrem aktuellen Investmentausblick.

Aktien der Eurozone haben in der jüngsten Vergangenheit eine starke positive Dynamik entwickelt. Vor der Krise waren sie im Vergleich zum US-Markt günstig und erscheinen auf dieser Basis nach wie vor attraktiv. "Zyklische Aktien der Eurozone werden im Vergleich zu defensiven Aktien mit einem Rekordaufschlag von 50 Prozent auf ihre US-Pendants gehandelt", heißt es in der Analyse. Dies deute darauf hin, dass europäische Aktien relativ gesehen ein höheres Aufwärtspotenzial aufweisen als US-Aktien, da "das Vertrauen der Investoren in die wirtschaftliche Erholung zunimmt."

Gemeinsame europäische Fiskalpolitik ist in Sicht
Die Geld- und Fiskalpolitik dürfte die positive Entwicklung weiter stützen. "Das TLTRO-3-Programm der Europäischen Zentralbank scheint erfolgreich Liquidität in das System zu bringen", schreiben die Autoren. Doch was langfristig vielleicht noch entscheidender sei: Die Einführung des Rettungsfonds-Programm der Region biete auch die "Aussicht auf Einführung einer gemeinsamen Fiskalkomponente als Ergänzung der gemeinsamen Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets." (fp)