Vor nahezu exakt einem Jahr übergab der Oberurseler Vermögensverwalter Peter Huber, Gründer der inzwischen zur Bellevue gehörenden Starcapital, sein letztes Portfolio, den seither unter "Starcapital Strategy 1" firmierenden globalen Mischfonds, in die Hände seines Nachfolgers Manfred Schlumberger. Wer Huber einmal kennengelernt hat, hätte sich aber schon damals denken können, dass er für den "Ruhestand" nicht gemacht ist.

Auch wenn es derzeit keinen von ihm betreuten Fonds zu kaufen gibt, weil Huber in dem von ihm gemanagten vermögensverwaltenden Multi-Asset-Fonds "Huber Portfolio Sicav" ausschließlich das eigene Familien- und Stiftungsvermögen verwaltet: Mancher Marktteilnehmer wird sich freuen, dass man wieder auf seine Expertise zurückgreifen kann. Der Oberurseler Vermögensverwalter hat sich nämlich mit einer eigenen Internetseite namens huber-portfolio.de inklusive eines monatlich erscheinenden Newsletters zurückgemeldet. Und das gleich mit einem Volltreffer, was sein Investmentgespür angeht.

In der aktuellen Ausgabe seines Newsletters freut sich Huber zurecht darüber, dass seine Marktprognose für 2019 wohl am Ende ins Schwarze treffen wird. Darin blickt er auf seine Vorhersage von vor einem Jahr zurück. In dem nach wie vor erscheinenden Monatskommentar namens "StarInvest", den er damals noch als Vorstand von Starcapital verfasst hatte, war er der Frage nachgegangen, wo der Dax wohl Ende 2019 stehen wird. Das war im Dezember 2018, als die Märkte geradezu am Boden lagen. Darin traf Huber zwei bemerkenswerte Aussagen. 1. "Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent wird der Dax nicht unter 10.000 Punkte fallen", und 2.: "Das mittlere Kurspotenzial per Ende 2019 liegt bei 13.000 Punkten." Zwei Aussagen, die man eigentlich nur als das bezeichnen kann, was sie sind: eine echte Punktlandung!

Glück, Zufall und Berechnung
Huber räumt selbst ein, dass dabei etwas von allen drei Faktoren – also Glück, Zufall und Berechnung – eine Rolle gespielt hat und warnt gleichzeitig: "Es gibt keine Indikatoren, mit denen man die kurz- bis mittelfristige Börsenentwicklung zutreffend prognostizieren kann." Das sei eigentlich auch logisch, denn sonst würden an der Börse ja nur Millionäre herumlaufen. Es sei vielmehr so, dass nicht nur alle öffentlich bekannten Informationen, sondern auch die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der weiteren Aktienmarktentwicklung bereits in den aktuellen Börsenkursen enthalten seien. Die mehr oder weniger bittere Erkenntnis daraus laute, dass die Kursentwicklung in den nächsten ein bis drei Jahren von Faktoren bestimmt werde, die erst in der Zukunft auftreten und heute nicht absehbar seien.

Und was sagt Peter Huber für 2020 voraus? Zunächst einmal blickt er auf die Statistik und stellt fest, dass sich als Mittelwert aus der Langzeitprognose für Ende 2020 ein Dax-Stand von 14.500 Punkten ergibt. Huber zeigt sich aber deutlich optimistischer und traut dem Markt durchaus ein Überschießen dieses statistischen Mittelwerts zu. "Ich würde mich nicht wundern, wenn der Dax Ende 2020 eher im Bereich zwischen 15.000 und 16.000 Punkten zu finden sein wird als bei 14.500", schreibt der Stratege. Allerdings nicht ohne zu warnen: Das sei keine Prognose, sondern seine persönliche Meinung und im Endeffekt reine Spekulation. (hh)