Peter E. Huber: "Langfristig bleiben unsere Kernthesen intakt"
Der Börsenaltmeister sieht den Iran-Krieg als Verstärker, aber nicht als Auslöser der aktuellen Korrektur. Den Aktienmarkt wähnt Peter E. Huber an der Wegkreuzung von zwei möglichen Szenarien.
Der von US-Präsident Donald Trump durch den Angriff auf den Iran angezettelte Krieg in Nahost ist nur vordergründig ursächlich für die aktuell laufende Börsenkorrektur, meint Portfoliomanager Peter E. Huber. Schon vorher sei es zu Verwerfungen gekommen, etwa der Kurssturz bei Aktien aus der Softwarebranche und anderen Branchen, deren Geschäftsmodelle durch künstliche Intelligenz (KI) unter Druck geraten.
"Die Zeichen an der Wand deuteten also schon länger auf die Möglichkeit einer stärkeren Konsolidierungsbewegung hin", so der Manager des vermögensverwaltenden Huber Portfolio, der bereits seit Längerem vor Risiken gewarnt hatte.
Abverkauf oder Rotation
Im schlimmsten Fall rechnet er nun mit einem breiten Abverkauf an den Aktienmärkten um zehn bis 20 Prozent, der die überhöhten Bewertungen wieder auf ein Normalmaß zurückbringt. Im besten Fall sei auch eine Branchenrotation möglich – raus aus US-Technologieaktien und rein in lange zurückgebliebene Bereiche wie Energie- und Rohstoffwerte oder Emerging Markets; in den Indizes würde dies dann durch eine Seitwärtsbewegung abgefangen, so Huber.
Für die Rotationstheorie spreche, dass es keine echten Alternativen zu einem gut diversifizierten Aktienportfolio gebe. Insbesondere die traditionell in Frage kommenden Anleihenmärkte bereiten Huber aufgrund der steigenden Staatsschulden Sorgen. "Da Anleihen keinen werthaltigen Ersatz mehr bieten, könnte es an den Aktienmärkten auch zu deutlich höheren Bewertungen kommen als historisch üblich", sagt Huber. Das wäre ein sogenannter "Melt-up-Boom". Vor diesem Hintergrund fühlt er sich mit der auf 60 Prozent des Fondsvermögens reduzierten Aktienquote im Vermögensfonds gut aufgestellt.
Flucht in Sachwerte
"Langfristig bleiben unsere Kernthesen aber intakt", so der Börsenexperte: "Chinas Exportwalze ist nicht zu stoppen, der Kampf um Rohstoffe ist voll entbrannt, und die weltweiten Schuldenexzesse führen zu einer Flucht in Sachwerte." (jh)















