Corona hat die betriebliche Altersvorsorge fest im Griff: Im ersten Quartal des Jahres 2020 war das Vermögen in den österreichischen Pensionskassen massiv geschrumpft. Bis März stand aufgrund der Erschütterungen an den Kapitalmärkten ein saftiges Minus von 9,8 Prozent zu Buche – in absoluten Zahlen war das veranlagte Vermögen um 2,4 Milliarden Euro zurückgegangen.

Am Ende des zweiten Quartals sieht die Stimmung bei dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge nun schon etwas besser aus. Mehr als die Hälfte des Rückgangs – nämlich 1,3 Milliarden Euro – wurden mittlerweile wieder "getilgt". Das zeigen die neuen Zahlen aus dem FMA-Bericht zum zweiten Quartal 2020. Per Ende Juni betrug das von den österreichischen Pensionskassen verwaltete Vermögen € 23,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 5,9 Prozent zum Q1.

Stand/Veränderung des verwalteten Vermögens der österreichischen Pensionskassen (in Mio. €)

Auslöser der Vermögensrückgänge waren naturgemäß die Wertverluste beim veranlagten Kapital, die angesichts der Kapitalmarktturbulenzen rund um die Corona-Pandemie entstandenen waren. Die Veranlagungsperformance in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 ist mit 4,6 Prozent noch immer negativ, wie die Zahlen der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) zeigen. Wobei jedoch ein Plus von sechs Prozent im Q2 das Minus von zehn Prozent im Q1 zum Teil ausgleichen konnte.

Performance der österreichischen Pensionskassen zum Ende des Berichtszeitraumes (in Prozent)
Quelle: OeKB, p.a. = per anno

Nun, da der größte Teil der Erholung an den Kapitalmärkten bereits abgeschlossen ist, bleibt fraglich, ob sich im Gesamtjahr eine positive Performance ausgeht. Die konservativ veranlagten Pensionskassen halten rund 41,4 Prozent der Assets in Schuldverschreibungen, gefolgt von Aktien mit 33,8 Prozent und Guthaben bei Kreditinstituten mit 7,9 Prozent. Der Rest entfällt auf Immobilien, Darlehen und Kredite sowie sonstige Vermögenswerte. Allerdings wird dieses Vermögen zu 97,2 Prozent indirekt über Investmentfonds gehalten. Nach Währungsabsicherungsgeschäften ist das Vermögen zu 29,8 Prozent in ausländischer Währung veranlagt.

Stand und Veränderung der Asset Allocation der österreichischen Pensionskassen

Im kurz- bis längerfristigen Schnitt bleibt die Performance der Pensionskassen derzeit dennoch leicht positiv. Gerechnet auf drei Jahre beträgt das Plus 1,2 Prozent, bei fünf Jahren sind es 1,9 Prozent und bei zehn Jahren 3,6 Prozent.

Zu erkennen ist in der neuen Statistik auch die schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten verringerte sich im zweiten Quartal um 0,1 Prozent auf rund 985.000. Davon beziehen rund 14.000 Personen (11,5 Prozent) bereits eine Pensionsleistung. (eml)