Die kanadische Kryptogeld-Börse QuadrigaCX kommt nach eigenen Angaben nicht mehr an das Geld ihrer Kunden heran, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. Dabei geht es um 190 Millionen US-Dollar. Der 30-jährige Gründer des Unternehmens, Gerald Cotten, sei während eines Aufenthalts in Indien überraschend verstorben – und war nach Angaben von QuadrigaCX der Einzige, der das zentrale Passwort für jenen Bereich der Börse kannte, in dem das Kundengeld verwaltet wird beziehungsweise hinterlegt ist. 

Inzwischen jedoch wird der Verdacht immer lauter, dass Cottens Tod nur vorgetäuscht war. Seine Witwe hat zwar zwar den Totenschein vorgelegt, wie es in der SZ heißt. Experten halten es dennoch für möglich, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt. Zudem mutmaßen einige Branchenkenner, dass auch andere Mitarbeiter von QuadrigaCX den Schlüssel kennen und ihn schlichtweg verheimlichen, um Kunden den Zugriff auf ihr Geld zu verwehren. 

Weiterer Vertrauensverlust?
Kryptowährungen sind nach wie vor umstritten. Sie haben sich so rasch verbreitet, dass die jungen Unternehmen, die sie an den Markt gebracht haben, oft mit der Absicherung der Kundengelder nicht hinterherkommen – wie der Fall der kanadischen Firma nun exemplarisch zeigt. Zudem haben auch Hacker mittlerweile Kryptowährungen und die digitalen Umschlagplätze für sich entdeckt. (fp)