Der Aufschwung an der Wall Street hat mit den realen Wirtschaftsentwicklungen wenig zu tun, ist Axel Botte, Anlagestratege beim französischen Vermögensverwalter Ostrum Asset Management, überzeugt. In einer aktuellen Analyse zeigt er sich erstaunt darüber, dass die Aktienmärkte immer neue Höchststände erreichen, obwohl die Geschäftszahlen der Unternehmen längst nicht mehr Schritt halten.

Laut einer Auswertung von 206 Quartalsberichten aus dem US-Aktienindex S&P 500 sind die Gewinne der US-Unternehmen im vergangenen Quartal insgesamt um 0,5 Prozent gesunken. Die Aktienmärkte dagegen "entwickeln sich weiterhin positiv als Reaktion auf die Fortschritte an der Brexit- oder Handelskriegsfront – seien sie real oder nur wahrgenommen", schreibt Botte.

Nicht alle Sektoren schwächeln
Diese Schwäche konzentriert sich allerdings vor allem auf Hersteller von Rohstoffen und technologischer Hardware, betont Botte. Anders sieht es bei Versorgern und verbrauchernahen Sektoren aus. Diese konnten ihre Gewinne um fünf bis neun Prozent steigern. (fp)