Glänzende Zeiten für Gold-Investoren: Das gelb schimmernde Metall hat mit 1.413,12 Euro pro Unze im September nun auch in Euro ein neues Allzeithoch erreicht. Damit notiert Gold aktuell in mehr als 30 internationalen Währungen auf Rekordniveau. Glaubt man der Prognose von Benjamin Louvet, Rohstoff-Experte bei OFI Asset Management, dann ist der Zenit damit nicht erreicht. "Solange die Realzinsen niedrig sind, hat der Goldpreis Potenzial weiter zu steigen", sagt der Anlageprofi.

Sollte die US-amerikanische Zentralbank die Leitzinsen auf Null senken, wovon viele Marktbeobachter derzeit ausgehen, dann könnte der Goldpreis sogar noch einmal stark steigen. Der Grund: "Gold korreliert stark negativ mit dem Niveau der Realzinsen", erklärt Louvet. Sinken die Realzinsen, dann wird das gelbe Metall für Investoren attraktiver.

Niedrigzins macht Gold attraktiv
Gold beschert Anlegern weder Dividenden noch Zinsen. Laut Louvet war das der wichtigste Grund, weshalb institutionelle Investoren bis vor einigen Jahren nicht in diese Anlageklasse investiert haben. Denn mit Gold konnten sie im Rahmen ihres Asset Liability Managements ihre Verbindlichkeiten decken. Sie investierten stattdessen beispielsweise in Dividendenaktien oder Anleihen.

Mittlerweile aber hat sich die Marktlage grundlegend geändert. "Heute gibt es negativ verzinsliche Schuldtitel im Wert von mehr als 17 Billionen US-Dollar", erklärt Louvet. Selbst einige High-Yield-Unternehmen, die als hochriskant gelten, begeben inzwischen Anleihen mit einem negativen Zins. "In diesem Niedrigzins-Marktumfeld ist Gold ein attraktives Investment", sagt der Anlageprofi. (fp)