Österreichs Wirtschaft ist im Vorjahr real um 0,8 Prozent gewachsen und war damit kräftiger, als das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) noch im Frühjahr erwartet hatten (0,6 Prozent). 0,8 Prozent seien "alles andere als stürmisch, aber angesichts des Krisengeschehens passabel und immerhin um zwei Zehntel mehr als im Euro-Raum", so Wifo-Chef Gabriel Felbermayr. 

Das IHS hebt nun seine Prognose für 2026 deutlich auf 0,8 Prozent an, statt 0,5 Prozent im April, und erwartet für 2027 ein reales Wachstum von einem Prozent statt nur 0,8 in der vorigen Prognose. Beim Wifo bleiben die 2026er-Schätzungen mit 0,9 Prozent unverändert; die 2027er-Prognose wird allerdings von 1,3 auf 1,1 Prozent zurückgenommen. Es gebe für 2027 eine hohe "Prognoseunsicherheit nach unten, aber auch nach oben", so Felbermayr.

Inflation hoch
Deutliche Spuren hinterlässt der Iran-Krieg. Wegen des Energiepreisschocks müssen sich Sparer, Konsumenten und Wirtschaft heuer auf eine Inflation zwischen 3,2 Prozent (Wifo) und drei Prozent (IHS) im Jahr 2026 einstellen. Das sind Werte klar über dem von der EZB gewünschten Ziel von zwei Prozent. Erst 2027 soll die Teuerung auf 2,3 beziehungsweise 2,4 Prozent zurückgehen.

Mit dem Absinken der Energiepreise soll die Konjunktur heuer ab der zweiten Jahreshälfte (Wifo) oder im vierten Quartal (IHS) wieder an Schwung gewinnen, so die Experten. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der von den USA und dem Iran unterzeichneten Erklärung, wonach der Krieg beendet und die für Energielieferungen relevante Meeresstraße von Hormus geöffnet wird. (eml)

Schätzungen aus dem Juni 2026 in % 202520262027
BIPWifo+ 0,8 + 0,9+ 1,1 
 IHS+ 0,8+ 0,8+ 1,0
InflationWifo+ 3,6+ 3,2+ 2,4 
 IHS+ 3,6 + 3,0 + 2,3