Die Energiepreisentwicklung wird die österreichische Wirtschaft und die Haushalte noch länger belasten. Experten des Wifo schreiben in ihrem im November veröffentlichten Monatsbericht, dass der Höhepunkt erst 2023 erreicht sein wird.

Laut den Markterwartungen, wie sie durch die Futures-Kontrakte an den Energiebörsen abgebildet werden, soll der Strompreis (Austrian Electricity Base) im Jahresdurchschnitt 2023 auf 565 Euro je MWh (Peak: 791 Euro) steigen. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2018/2020 waren es durchschnittlich rund 40 Euro je MWh, 2021 lag der Preis bei 107 Euro, und für 2022 erwartet das Wifo einen durchschnittlichen Wert von 361 Euro je MWh.

Für die Folgejahre wird auf Basis der Markterwartungen ein Rückgang bis auf 180 Euro je MWh im Jahr 2026 angenommen. Damit wäre der Strompreis laut den Wifo-Experten auch mittelfristig noch immer viereinhalb Mal so hoch, wie im Durchschnitt 2018/2020.

Gas bleibt ebenfalls länger teuer
Auch Erdgas bleibt mittelfristig teuer. Der Preis wird 2026 laut den Berechnungen ungefähr zweieinhalb Mal so teuer sein wie vor den Turbulenzen, die insbesondere durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöst wurden: Dutch TTF als Benchmark-Preis für Europa, das in der Periode 2010/2019 relativ stabil bei durchschnittlich 22,4 Euro je MWh lag, steigt 2022 auf 163 Euro und erreicht schließlich 2023 den Höhepunkt bei durchschnittlich 210 Euro. Bis 2026 wird ein Rückgang auf 58 Euro je MWh angenommen, und damit ein Wert weit über den früheren Preisen.

Der wirtschaftsliberale Verein Agenda Austria, der sich ebenfalls auf die Wifo-Zahlen beruft, betonte in einer Aussendung, man solle sich keine "allzu große Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität" machen. Dass die Preise zuletzt rückläufig waren, liege an den momentan vollen Gasspeichern und den noch nicht winterlichen Temperaturen. Die Agenda-Austria-Ökonomen erwarten, dass die Speicher im März leer sind. Die Frage der Wiederbefüllung habe das Umweltministerium noch nicht beantwortet, heißt es. (eml)