Beinahe jede/r dritte Erwachsene in Österreich hat noch nichts für die Altersvorsorge getan, wie aus eine Umfrage des digitalen Versicherungsmanagers Clark in Zusammenarbeit mit Yougov ergeben hat. Gleichzeitig glauben sechs von zehn Befragten zwischen 35 und 54 Jahren, im Alter Abstriche machen zu müssen. Besonders pessimistisch schätzen Menschen um die 40 ihre Zukunft ein: 36 Prozent der 35- bis 44-Jährigen gehen davon aus, in der Pension arbeiten zu müssen.

Besonders alarmierend: Über alle Altersgruppen hinweg hält es jede/r vierte Befragte für wahrscheinlich, dass das Pensionssystem ins Wanken kommen könnte und sie keine ausreichende Pension bekommen werden. Diese düstere Prognose tätigen vor allem die 35- bis 44-Jährigen sowie die 25- bis 34-Jährigen. In diesen Altersgruppen glauben mehr als vier von zehn Befragten, dass der Staat ihnen später keine ausreichende Pension mehr zahlen kann. Zum Vergleich: Menschen über 55 gehen mehrheitlich davon aus, eine Pension zu erhalten (64 %).

Private Vorsorge mit Luft nach oben
Viele ÖsterreicherIinnen im besten Erwerbsalter sorgen sich zwar um ihre Pension, doch die Umfrage habe gezeigt, dass sie deswegen nicht zwangsläufig auch den Schluss ziehen, ihre Vorsorge aktiv zu planen, heißt es in dem Bericht zur Studie. Ein Viertel der Befragten verfügt immerhin über eine betriebliche Altersvorsorge. Nur etwa jede siebente Österreicher hat eine fondsgebundene Lebensversicherung oder eine Kapitalbildende Lebensversicherung abgeschlossen.

Junge Menschen träumen von Betongold
Der Immobilienboom der vergangenen Jahre hat offenbar dazu beigetragen, dass die Österreicher*innen den Besitz einer Wohnung oder eines Hauses mit Blick auf das Alter als erstrebenswert erachten. 26 Prozent halten Immobilienbesitz für den besten Ansatz, um eine drohende Vorsorgelücke zu schließen. Besonders die Jüngeren neigen zu dieser Einstellung: Bei 45 Prozent aller Befragten zwischen 18 und 44 Jahren stehen Immobilien besonders hoch im Kurs. "Auf den ersten Blick ist das Eigenheim ein guter Grundstein für die Absicherung im Alter", meinen die Clark-Experten. "Aber aufgrund laufender Kosten, zum Beispiel für die Instandhaltung, und der Abhängigkeit vom Immobilienmarkt sollten sich Verbraucher im Alter nicht ausschließlich auf ihr Eigenheim verlassen. Es ist daher ratsam, auf verschiedene Altersvorsorgeprodukte zu setzen."
 
Über alle Altersgruppen hinweg hält knapp ein Viertel nach wie vor klassische Lebensversicherungen für das Mittel der Wahl. Aktien und Fonds folgen mit einem Zuspruch von 20 Prozent. (mb)