Die Spekulationsabsichten an euopäischen Börsen gehen den Behörden trotz aller Gegebemühungen noch immer zu weit. Gemeinsam mit der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) haben Mittwochabend auch die Behörden in Belgien, Frankreich, Griechenland und Spanien ihre im März eingeführten Leerverkaufsverbote ausgeweitet.

In Österreich verlängerte die FMA das Mitte März erlassene Verbot für Aktien mit Haupthandelsplatz Wien bis 18. Mai. Im März hatte die FMA eine Vervielfachung der Leerverkaufsanträge in Wien registriert und gegenüber der Redaktion “konzertierte Aktionen” von Marktteilnehmern geortet. Die Ausdehnung des Verbotes sei "wegen der andauernden und schwerwiegenden Marktverunsicherung im Zusammenhang mit dem COVID-19-Virus unumgänglich und hat sich in der so schwierigen Situation bewährt", schreiben die Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller nun in einer Aussendung.

Massive Risiken
Spekulative Leerverkäufe können zum einen den Abwärtssog an einem Markt vertiefen. Zum anderen bestehen massive Verlustrisiken für Spekulanten, wenn zum Rückkaufzeitpunkt die Kurse nicht wie erwartet gefallen, sondern gestiegen sind.

Die europäische Marktaufsicht ESMA begrüßte die Restriktionen in den Ländern. Sie seien angemessen und verhältnismäßig, angesichts der aktuellen Entwicklungen. Diese würden "eine ernsthafte Bedrohung für das Marktvertrauen und die Finanzstabilität darstellen". (eml)