Angesichts stark steigender Immobilienpreise müssen die Käufer zunehmend hart an die Grenze des Leistbaren gehen. Die Nationalbank (OeNB) warnt nun, es sei eine Tendenz zu einer Aufweichung von Vergabestandards bei Immobilienkrediten zu sehen.

Immobilienkrisen seien für eine Volkswirtschaft enorm kostspielig, mahnt die Behörde anlässlich der Präsentation ihres aktuellen Berichts zur Finanzstabilität. Bei den Eigenmitteln solle der Richtwert von 20 Prozent berücksichtigt werden, Laufzeiten von mehr als 35 Jahren sollten die Ausnahme bleiben, und der Schuldendienst müsste auf 30 bis 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens begrenzet sein.

Kreditgeschäft läuft im Hochbetrieb
Das jährliche Kreditwachstum österreichischer Banken an nichtfinanzielle Unternehmen hat sich laut Aussendung im September 2018 auf 6,2 Prozent beschleunigt. Es wurde nicht nur von Unternehmensinvestitionen, sondern auch stark vom Grundstücks- und Wohnungswesen getragen, auf das nahezu die Hälfte der gesamten Kreditausweitung entfiel. Der Anstieg der Bankkredite an private Haushalte erreichte im September 2018 3,6 Prozent p. a. und wurde weiterhin zu einem großen Teil von Immobilienfinanzierungen getragen.

Die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte stieg im ersten Halbjahr 2018 um 22%. Weiterhin hatten die privaten Haushalte eine starke Präferenz für hochliquide Bankeinlagen, während sie per saldo Kapitalmarktinstrumente (Anleihen, Investmentfondsanteile, Aktien) verkauften. (eml)