In ihrer aktuellen Inflationsprognose erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für Österreich im Jahr 2021 eine Inflationsrate von 2,2 Prozent (gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex, HVPI). Das sind um 0,2 Prozentpunkte mehr als in der Projektion vom Juni 2021. Ausschlaggebend sind die Energiepreise, die überraschend stark gestiegen seien: Teurere Rohölpreise seien zu zwei Drittel für den seit Jahresbeginn beobachteten Inflationsanstieg verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung anlässlich der neuen Studie "Inflation aktuell".

Dabei sind aber Basiseffekte zu bedenken: Im ersten Lockdown 2020 waren die Rohölpreise dramatisch verfallen. Der starke Trend wird sich demnach auch nicht fortsetzten. Terminnotierungen für Rohöl sind laut OeNB bereits wieder rückläufig.

Drei Prozent im Mai
Auf Monatsbasis sieht HVPI-Inflationsrate in Österreich allerdings imposant aus: Sie stieg von 1,1 Prozent im Jänner 2021 auf drei Prozent im Mai 2021. Was viele beim täglichen Einkauf zuletzt bereits vermutet haben, bestätigt die OeNB: Auch die Nahrungsmittelpreise waren zuletzt sprunghaft angestiegen und erklären ein Fünftel der Teuerung. Im Juni 2021 war laut Schnellschätzung der Statistik Austria aber bei der HVPI-Inflation wieder ein Rückgang auf 2,8 Prozent zu beobachten.  

Gelassenheit verbreitet die OeNB auch, was die zuletzt massiv gestiegenen Materialkosten für den Bau betrifft. Diese dürften sich kaum auf Endverbraucherpreise, Miet-und Immobilienpreise übertragen. "Bis jetzt haben sich diese Preissteigerungen weder in den Baupreisen noch in den Erzeugerpreisen für Konsumgüter widergespiegelt", heißt es. Diese gelten als wichtiger Indikator für einen Preisdruck aus den vorgelagerten Produktionsstufen auf die Verbraucherpreise. Bezüglich eines Niederschlags auf Verbraucher- oder Miet-und Immobilienpreise gibt es Entwarnung. Zum einen seien die internationalen Preise für Holz und Kupfer sowie die Terminnotierungen für Rohöl bereits rückläufig. Zum anderen werde die Preissetzung nicht nur von Kosten bestimmt. (eml)


Service: OeNB-Inflationsstudie