Zwischen 16. März und 24. Mai 2020 musste die heimische Wirtschaft aufgrund des Corona-bedingten Lockdowns Verluste von knapp 14 Milliarden Euro hinnehmen. Dieser Wert entspricht fast vier Prozent des BIP im Jahr 2019 von 375 Milliarden Euro, wie aus einem Bericht zum neuesten Konjunkturbarometer der OeNB hervorgeht.

Die OeNB hat angesichts der sich schnell verändernden Lage im Umfeld der Corona-Pandemie einen Indikator entwickelt, der mit tagesaktuell verfügbaren Konjunkturdaten gespeist wird und der auf wöchentlicher Basis die wirtschaftliche Aktivität in Österreich abbildet. Dieser BIP-Indikator zeigt einen konjunkturellen Tiefpunkt Ende März mit einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes von 26 Prozent gegenüber den Vorjahreswerten. In der zweiten Märzhälfte habe die "wohl schnellste und tiefste Rezession in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte Österreichs stattgefunden", schreiben die Experten.

"Erholung" auf minus zehn Prozent
Das schrittweise Ende des Lockdowns habe zwar zu einer Erholung geführt. Aber die Zahlen deuten laut den Experten weiter darauf hin, dass Österreich in einer "sehr tiefe Rezession" steckt. Besonders ab der ersten Mai-Woche kam es zu einer deutlichen Verkleinerung des Unterschieds zu Vorjahreswerten: Die wirtschaftliche Aktivität liegt seit dem "nur" noch rund um die zehn, elf Prozent im Minus. Vor allem ist das Nachholeffekten beim privaten Konsum zu verdanken. Die Zahlen signalisieren, "dass es noch ein längerer Weg bis zu einer nachhaltigen Konjunkturerholung sein dürfte", so die OeNB-Experten.

Größtes Sorgenkind bleibt angesichts weiterhin bestehender Reisebeschränkungen der internationale Tourismus. (eml)