Was vor ein paar Monaten noch als äußerst unwahrscheinlich galt, ist nunmehr breiter Marktkonsens. Die US-Notenbank Fed wird ihren Leitzins im laufenden Jahr drei bis viermal nach oben schrauben. Das Abstruse daran: Dennoch ist kein Szenario in Sicht, das zu deutlich strafferen Finanzierungsbedingungen führen wird. "Insofern entscheidet auch die Debatte, ob die Fed die Zinsen in diesem Jahr drei oder vier Mal anhebt, nicht über Leben und Tod", sagt Brian Nick, Chef-Anlagestratege bei Nuveen.

Ähnlich gelassen blickt Nick auf künftige Tapering-Manöver der Notenbank: "Das Gesamtvolumen der Bilanzverkürzung dürfte lediglich einer Zinserhöhung pro Jahr entsprechen". Viel wichtiger sei dagegen, "wann und auf welchem Niveau die Fed die Zinserhöhungen im Jahr 2023 oder 2024 beende." Dementsprechend bleiben die Aussichten für Aktien- und Kreditpapiere seiner Einschätzung nach günstig. "Nach unserer Erfahrung aus der Zeit vor der Pandemie folgen auf Phasen mit stark steigenden Zinsen typischerweise bessere Renditen an den Aktien- und Kreditmärkten." (fp)