EZB-Rat und OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hat die Finanzgespräche im Tiroler Alpbach genutzt, um einmal mehr eine Normalisierung der Geldpolitik zu fordern. Die sollte zwar "vorsichtig" sein. Aber nach Nowotnys Ansicht müsse man sie "etwas entschiedener gestalten", wie der "Kurier" berichtet. "Ein besonderer Schwerpunkt sollte sein, aus dem Bereich der Negativzinsen herauszukommen", wird der OeNB-Gouverneur zitiert. Bei einer Inflationsrate von je 1,7 Prozent im Jahr 2018 und 2019 gebe es keine Deflationstendenz im Euroraum.

"Aus einseitiger Dominanz befreien"
Wie der "Kurier" außerdem berichtet, plädiert Nowotny dafür, dass Europa den Euro stärken und sich weniger von den USA abhängig machen müssten. Eine Abhängigkeit bestehe etwa bei dem von den USA kontrollierten internationalen Zahlungssystem SWIFT. Der Euro sei als zweite Weltwährung etabliert. Es gehe nicht darum, den Dollar zu bekämpfen. Ziel sei es, "sich aus einer einseitigen Dominanz zu befreien." Bei Fremdwährungsreserven, internationalen Krediten und Devisenumsätzen habe der Euro gegenüber dem Dollar noch Aufholbedarf, heißt es in dem Bericht weiter.

Für Österreich läuft es unterdessen hervorragend. Die OeNB hat Ende der Vorwoche ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2018 bestätigt. Einer Prognose aus dem Juni entsprechend geht man weiter davon aus, dass das heimische Bruttoinlandsprodukt wie bereits 2017 um 3,1 Prozent zulegt. Das wäre ein Prozentpunkt höher als in der Eurozone und Deutschland. "Das ist eine sehr beachtliche Entwicklung", wird der OeNB-Gouverneur von der "Tiroler Tageszeitung" (TT) in Alpbach zitiert.

"Neben den Exporten ist die lebhafte Inlandsnachfrage eine tragende Säule im aktuellen Konjunkturzyklus", so Nowotny laut der Zeitung. Der OeNB-Gouverneur verwies auf eine „sehr positive Entwicklung“ der österreichischen Exporte nach West- und Osteuropa. Außerdem sei es "gelungen den Binnenkonsum zu stärken", so die TT. (eml)