Die Bank of Japan (BoJ) hält 63 Prozent des Vermögens börsengehandelter Indexfonds, die in Japan gehandelt werden. Das geht aus einer Studie hervor, die das Londoner Analysehaus ETFGI veröffentlicht hat. Insgesamt verwalteten japanische ETFs Ende Februar umgerechnet rund 466 Milliarden Euro, die Investments der Notenbank summieren sich also auf mehr als 290 Milliarden Euro.

Diese beeindruckende Zahl ruft eine Tatsache in Erinnerung, die hierzulande nach wie vor auf Erstaunen trifft: Die BoJ kauft in großem Stil nicht nur Anleihen, sondern auch Aktien. Während die westlichen Zentralbanker in der Finanzkrise 2008 begannen, Staatsanleihen zu erwerben, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, merkten ihre japanischen Kollegen schnell, dass sie damit keinen großen Hebel mehr in der Hand hatten – die Zinsen waren ohnehin schon ultratief. Um die Wirtschaft zumindest indirekt anzukurbeln, begann die BoJ daher im Dezember 2010 mit dem Ankauf von Aktien über ETFs.

Auch andere Zentralbanken kaufen Aktien
Die ETF-Käufe sollten ursprünglich nur vorübergehend zum Einsatz kommen, die entsprechenden Programme wurden aber regelmäßig verlängert – und die Summen immer weiter erhöht. Die BoJ ist übrigens nicht die einzige Notenbank, die Aktien kauft. Das prominenteste Beispiel ist wohl die Schweizer Nationalbank (SNB), die allerdings keine heimischen Titel erwirbt, sondern sich im Ausland eindeckt. Ihr dienen die Aktienkäufe dazu, ihre Devisenreserven zu diversifizieren – explizite geldpolitische Ziele verfolgt die SNB mit ihren Aktienkäufen nicht. (bm)