Unternehmen, in denen nicht nur weiße, heterosexuelle Männer arbeiten, könnten besonders interessante Investmentkandidaten sein. "Wir glauben, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Grad der Geschlechterdiversität eines Unternehmens und seinem Erfolg gibt. Diese Annahme wird durch Forschungsarbeiten unterstützt", erklärt Audhild Aabø, Co-Managerin eines Gender-Diversity-Fonds von Nordea Asset Management. Firmen, die auf Diversität in der Belegschaft achten, erweitern ihren Talent-Pool und haben damit einen Wettbewerbsvorteil, argumentiert sie. "Viele Studien belegen, dass Unternehmen, die Diversität fördern, besser in der Lage sind, die besten Talente für sich zu gewinnen, sie weiterzuentwickeln und zu halten."

Geschlechtervielfalt wird in der Wirtschaftswelt weiter an Bedeutung gewinnen, ist Aabø überzeugt. Sie begründet ihre Einschätzung mit dem wachsenden Interesse an ESG-Investments. "Heute sind sich viele Unternehmen der Bedeutung von Nachhaltigkeitsfaktoren bewusst. Der Schwerpunkt liegt jedoch häufig auf Umweltaspekten und weniger auf Sozial- und Führungsfaktoren", sagt sie. Dieses Versäumnis dürfte in der kommenden Zeit behoben werden. "Wir erwarten, dass die nicht-umweltbezogenen Faktoren künftig stärker in den Mittelpunkt gerückt werden", erklärt sie. "Dazu gehört die Diversität."

Nicht nur Bills an der Spitze, sondern auch Melindas
Als Beispiel für ein Unternehmen, das als Vorbild in Sachen Geschlechtervielfalt dienen kann, nennt Aabøs Co-Fondsmanagerin Julie Bech den Technologieriesen Microsoft. "Dessen Vorstand besteht aktuell aus fünf Frauen und sieben Männer, was unsere Kriterien für geschlechtsspezifische Vielfalt erfüllt", sagt sie. Microsoft hat in den vergangenen Jahren bei seinen Mitarbeitern die Sensibilität für Diskriminierung erhöht, etwa durch unternehmensweite Diversity-Schulungen. Solche Maßnahmen sowie eine auf Vielfalt bedachte Einstellungspolitik sind nicht nur gut für das Unternehmensklima, sondern eine Investition in die Zukunft, glaubt Bech: "Aus unserer Sicht ist ein vielfältiges Team entscheidend, um Innovationen voranzutreiben." (fp)