Rückläufige Gewinne werden derzeit als Anzeichen für mögliche Korrekturen an den Aktienmärkten angeführt. Die Strategen von Nordea AM haben allerdings einen anderen Faktor im Blick: "Gefahr für die Aktienmärkte geht derzeit weniger von der Entwicklung der Unternehmensgewinne aus als vielmehr von geopolitischer Seite", sagt Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.

Galy hat dabei vor allem den Handelskrieg zwischen den USA und China im Blick: "Die Verhängung höherer Zölle gegen China – und dies trotz des Besuchs von Vizepremier Liu in Washington D.C., der in die Staaten gereist war, um einen Deal auszuhandeln – führt zu einem negativen Bild im Reich der Mitte", so der Nordea-Stratege. "Die USA müssten China etwas entgegenkommen, damit letzteres das Gesicht wahren kann, und tatsächlich sehen wir den Ansatz einer Strategie in diese Richtung."

Trump will vor allem eines: Wiedergewählt werden
Gleichzeitig konzentriere sich die Trump-Administration vor allem darauf, dass ihr Oberhaupt wiedergewählt wird. Und das könne Galy zufolge auch durchaus bedeuten, die Zölle weiter zu erhöhen.

Die entscheidende Frage laute deshalb: Wird China zuerst nachgeben, da es kurzfristiges Wachstum möglicherweise über längerfristige Ziele stellt? "Die nächsten Tage könnten angesichts dieser geopolitischen Entwicklungen leider sehr volatil sein", so der Experte. (fp)