Marktbeobachter blicken in diesen Tagen mit Sorge auf die Entwicklungen des Ölmarkts. Anders als in den 1970er Jahren, als die Golfstaaten den westlichen Industrieländern den Hahn zudrehten und die Preise daraufhin in die Höhe schossen, ist es diesmal genau umgekehrt: Seit Beginn vergangener Woche ist der Ölpreis dramatisch abgestürzt. Der Rückgang könnte eine Kreditkrise für Ölsand-Förderer und Fracker zur Folge haben, fürchtet Sébastian Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.  

Von einer neuen Ölkrise wären vor allem wohlhabende Privatinvestoren, US-amerikanische und kanadische Banken sowie einige Hedge-Fonds betroffen. Sinkende Einnahmen aus dem Erdölgeschäft führen dazu, dass Staatsfonds langlaufende US- und Schwellenmarktanleihen verkaufen, bevor sie sich auf globale Aktien konzentrieren. Auch die Nachfrage nach US-Anleihen mit einer zweijährigen oder noch kürzeren Laufzeit sollte bei ausländischen Investoren nachlassen, prognostiziert der Experte.

Pfandbriefe als sicherer Hafen
"Inmitten eines kollabierenden Aktienmarktes sollten sich Anleger in Erinnerung rufen, dass eine geldpolitische Lockerung, deutlich niedrigere Ölpreise und fiskalische Anreize sich letztendlich positiv auswirken", sagt Galy. In Anbetracht des Ausverkaufs und einer hohen Volatilität seien Fixed Income-Produkte mit einer langen Laufzeit empfehlenswert. Er rät Investoren zu Pfandbriefen als sicherem Hafen. (fp)