In dieser Woche werden für Deutschland sowie für das Vereinigte Königreich die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2020 veröffentlicht. Für beide Länder rechnet George Buckley, Europa-Chefvolkswirt beim Asset Manager Nomura, mit niederschmetternden Ergebnissen, aber: "Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft den geringsten BIP-Rückgang unter den vier großen Volkswirtschaften der Eurozone verzeichnen wird. Die Ausbreitung von Covid-19 ist in Deutschland im Vergleich zu Frankreich, Italien und Spanien relativ gut unter Kontrolle", sagt Buckley.
 
Zudem waren die Sicherheitsmaßnahmen weniger streng als in den anderen Ländern und wurden erst Ende März umgesetzt. "Wir erwarten, dass das BIP in Deutschland im ersten Quartal um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gefallen ist", so Buckley.
 
Erhebliche Unterschiede zwischen Schätzungen
Die ökonomischen Daten seien derzeit jedoch weniger verlässlich als üblich. Zwischen erster und zweiter Schätzung könne es daher erhebliche Unterschiede geben. "Wir müssen mögliche Revisionen dieser Zahlen genau beobachten. Alle nationalen statistischen Ämter und Eurostat weisen auf Schwierigkeiten bei der Datenerhebung hin," sagt Buckley.  Die BIP-Zahlen müssten daher wahrscheinlich stärker revidiert werden als in der Vergangenheit. (fp)