Die geringe Transparenz der Handelsgespräche zwischen den USA und China drückt auf die Stimmung in den Unternehmen und belastet die Investitionen stark. "Wir wissen nicht, was die konkreten Probleme und wo genau beide Seiten aneinander geraten sind", sagt Ewout van Schaick, Head of Multi Asset bei NN Investment Partners. Investoren sollten sich deshalb auf einen längeren und volatileren Verhandlungsprozess einstellen. "In diesem Umfeld könnte die erwartete globale Wachstumserholung etwas später kommen", sagt van Schaick.

Nachdem die USA die Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar auf 25 Prozent angehoben haben und auch China mit höheren Zöllen konterte, rechnen viele Marktbeobachter nicht mehr mit einem baldigen Handelsabkommen. Van Schaick hält diese Schlussfolgerung jedoch für verfrüht. Beide Parteien hätten nach wie vor ein Interesse an einer gütlichen Einigung, ist der Anlageprofi überzeugt.

Minimale Gegenmaßnahmen
"Diese Haltung spiegelt sich in den Äußerungen von US-Präsident Donald Trump wider, dass ein Abschluss in den kommenden Wochen noch möglich ist", sagt der Anlageprofi. Weniger als 18 Monate vor den Präsidentschaftswahlen könne sich Trump keine Marktkorrektur erlauben. China wiederum habe nur minimale Gegenmaßnahmen ergriffen, die sicher nicht darauf abzielen, den Konflikt weiter zu eskalieren. "Auch die Chinesen brauchen eine Einigung, um den Abschwung im verarbeitenden Gewerbe zu stoppen", so van Schaick. (fp)