In unsicheren Zeiten zeigen sich die Stärken von Wandelanleihen. Gerade jetzt sollten Anleger daher darüber nachdenken, die Papiere in ihr Portfolio aufzunehmen, sind die Experten von NN Investment Partners (NN IP) überzeugt. Der Asset Manager beobachtet einen starken Anstieg der Emissionen von Wandelanleihen im zweiten Quartal 2020. Im April wurden demnach Papiere mit einem Volumen von 16 Milliarden US-Dollar (14 Milliarden Euro), im Mai von 27 Milliarden (knapp 24 Milliarden Eur0) und im Juni von 25 Milliarden US-Doller (22 Milliarden Euro) neu emittiert. Das entspricht zusammen etwa zwei Drittel des Jahresdurchschnitts des letzten Jahrzehnts.

Grund für die Neuemissionen ist NN IP zufolge, dass Wandelanleihen Unternehmen eine kostengünstige und flexible Möglichkeit bieten, sich Kapital zu beschaffen – entweder, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten oder um neue Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen. Dank der aktuellen Volatilität an den Aktienmärkten seien die Wandler häufig auch attraktiver als eine Aktienemission, so die Experten. Denn durch die niedrigen Kuponsätze sind die laufenden Kosten der Papiere deutlich günstiger als die von reinen Anleihen.

Mit Profis zusammenarbeiten
Immer mehr Unternehmen würden die Vorteile solcher Emissionen in der Welt nach Corona sehen, sagt Tarek Saber, Anlageprofi bei NN IP. Er rät Investoren zu einer Allokation zwischen drei und zehn Prozent, je nach Bedarf. Außerdem sollten sie mit erfahrenen Fondsmanagern zusammenarbeiten, die in ihrem Investitionsprozess konsequent sind und Neuemissionen "nicht nur kaufen, weil diese theoretisch günstig sind, sondern sich stattdessen auf die Fundamentaldaten von Bonität und Eigenkapital des Emittenten konzentrieren." (fp)