Einige überzeugte Gold-Bullen lassen sich von der historischen Korrektur beim Edelmetall offenbar nicht beeindrucken und spekulieren auf neue Rekordhöhen. Als die Gold-Futures in New York Ende Januar bei über 5.600 Dollar je Unze ein Rekordhoch erreichten und am Folgetag stark einbrachen, begann ein Investor oder eine Investorengruppe mit dem Kauf von im Dezember auslaufenden 15.000/20.000 Dollar Call Spreads an der Comex. Auch nachdem sich der Preis um 5.000 Dollar stabilisiert hatte, wurde die Position weiter ausgebaut – inzwischen auf rund 11.000 Kontrakte.

"Es ist überraschend, so viel offenes Interesse an so weit aus dem Geld liegenden Call Spreads zu sehen, insbesondere nach der technischen Korrektur", sagt Aakash Doshi, Chef der Gold- und Metallstrategie bei State Street Investment Management. "Es ist plausibel, dass einige Trader dies als ein billiges Lotterielos betrachten." Am Dienstagmittag (17.2.) notierte Gold am Kassamarkt bei rund 4.950 Dollar je Feinunze.

Wette auf 15.000 bis 20.000 Dollar
Ein Bull Call Spread kombiniert zwei Optionen mit gleichem Verfall. Der Trader kauft einen Call mit 15.000 Dollar Ausübungspreis und verkauft gleichzeitig einen Call mit 20.000 Dollar. Dadurch sinken die Einstiegskosten im Vergleich zum reinen Kauf eines 15.000er-Calls, weil der Verkauf des höheren Calls eine Prämie einbringt. Im Gegenzug ist der maximale Gewinn begrenzt.

Damit der Bull Call Spread zum Jahresende einen inneren Wert hat, müsste der Dezember-Future in Richtung 15.000 Dollar steigen; für den maximalen Gewinn sogar auf mindestens 20.000 Dollar. Bleibt der Preis unter 15.000 Dollar, verfallen beide Optionen wertlos und die gezahlte Nettoprämie ist verloren.

Banken bleiben grundsätzlich optimistisch
Der jüngste Goldpreisanstieg wurde von spekulativen Käufen getragen und führte in überkaufte Bereiche, gefolgt von einer deutlichen Korrektur. Viele Banken erwarten dennoch weiterhin steigende Notierungen. Als Treiber gelten geopolitische Spannungen, Zweifel an der Unabhängigkeit der Federal Reserve sowie eine Abkehr von Währungen und Staatsanleihen. (mb/Bloomberg)