Fast jeder Achte will raus ins Grüne: Laut einer Umfrage wollen 13 Prozent aller Großstädter in den nächsten zwölf Monaten ins Umland ziehen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und beruft sich dabei auf eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts und des Portals Immowelt. Befragt wurden mehr als 7.000 Menschen in Städten mit über 500.000 Einwohner. Knapp die Hälfte der Umzugswilligen gab an, dass Homeoffice und Homeschooling während der Coronapandemie das Leben in Ballungszentren weniger attraktiv gemacht haben. Besonders begehrt sind Vororte sowie kleinere Städte, die Naturnähe mit urbaner Infrastruktur verbinden. Vor allem Jüngere und Familien mit Kindern hegen diesen Wunsch.

Eine gewisse Stadtmüdigkeit wird auch von den Experten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig attestiert. In ihrer Analyse von Anfang Juli kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die Einwohnerzahl der 15 größten Städte Deutschlands bereits von 2019 auf 2020 im Schnitt um 0,18 Prozent gesunken ist. Nur noch Leipzig, Hamburg und München sind in dem Zeitraum nennenswert gewachsen. Und auch für 2020 auf 2021 rechnen die Helmholtz-Forscher mit einem weiteren Rückgang.

Zuwanderung wird entscheidend
Ein tatsächlicher Exodus sei allerdings noch nicht zu befürchten, denn neben persönlichen Vorlieben bei der Wohnsituation spielt die Kostenfrage eine wichtige Rolle, schreibt die FAZ. Und das Umland ist keineswegs mehr so günstig wie noch vor einigen Jahren. Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung wird mittel- bis langfristig die Zuwanderung aus dem Ausland sein, so das Helmholtz-Zentrum. Wie schon nach der Finanzkrise im Jahr 2008 könnten junge Menschen aus Ländern wie Spanien oder Italien, die besonders stark unter der Coronapandemie leiden, auf der Suche nach besseren Jobs in deutsche Großstädte ziehen. (fp)