Vergangene Woche drohte US-Präsident Donald Trump mit höheren Zöllen auf chinesische Güter, sollte die Regierung in Peking in den laufenden Verhandlungen keine weiteren Zugeständnisse machen. Das Ende der Waffenruhe im Handelsstreit bedeutet für Anleger die Rückkehr der Unsicherheit, sagt Brad Tank, Chief Investment Officer Fixed Income bei Neuberger Berman. Ihn würde es nicht überraschen, wenn die Hälfte der Aktiengewinne aus den ersten vier Monaten des Jahres alsbald wieder verloren gehen würde.

Auch die Kreditmärkte dürften bei einer erneuten Eskalation nicht verschont bleiben. "Allerdings halten wir sie aufgrund ihrer Bewertungen für weniger anfällig", sagt Tank. Gründe dafür sind die recht ordentlichen Unternehmensgewinne im ersten Quartal und die entsprechend besseren Fundamentaldaten sowie die höhere Liquidität seit dem großen Ausverkauf im Dezember.

Steigende Preise für Verbraucher
Sollten neue Zölle eingeführt werden, dürften US-amerikanische Verbraucher die Folgen in Form höherer Preise spüren. "Vermutlich wird der Verbraucherpreisindex dann moderat steigen, wobei sich die ersten Zölle vor allem auf Investitionsgüter und Zwischenprodukte konzentrieren", erklärt Tank.

Anleger sollten aber nicht vergessen, dass in den nächsten Tagen die Entscheidung über Automobilzölle nach Section 232 ansteht – und zwar unabhängig von China. "Schlechte Nachrichten bei auch nur einem der beiden Themen könnten das Wirtschaftswachstum einbrechen lassen", mahnt der Experte. (fp)