Egal ob Japan, Europa oder die Emerging Markets: Wohin man auch blickt, geht es mit der Wirtschaft bergab. Einzig in den USA erweist sich das Wachstum derzeit als äußerst solide. Zwar war der ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-amerikanische Konjunktur im September schockierend schwach. Unter den Umfrageteilnehmern befanden sich aber überdurchschnittlich viele internationale Großunternehmen. "Der eher binnenorientierte Markit-PMI für die US-Industrie hat sich unterdessen deutlich von seinem Zehnjahrestief im August erholt", sagt Erik Knutzen, Multi-Asset-Experte beim US-Vermögensverwalter Neuberger Berman.

Der Arbeitsmarktbericht einige Tage später schien das "Goldilocks"-Szenario sogar zu bestätigen, also die Aussicht auf ein zwar unspektakuläres, aber doch stetiges Wachstum in nächster Zeit. "Wir erwarten, dass sich das US-Wachstum zwar auf nur niedrige zwei Prozent einpendelt, aber doch stark von der Entwicklung Europas, Japans und Teilen der Emerging Markets abweicht", sagt Knutzen. Dort befände sich die Industrie nämlich in einem starken Abschwung.  

Geopolitik hält Volatilität hoch
Bei allem Optimismus für die USA sollten Investoren aber nicht übersehen, dass die Aussichten für Aktien insgesamt nicht rosig sind, warnt der Anlageprofi. Er rechnet zwar vor Ende 2020 nicht mit einer Rezession, weder in den USA noch weltweit. Nachlassendes Wirtschaftswachstum, hohe Bewertungen bei Aktien und negativ verzinste Anleihen im Wert von etwa 15 Billionen US-Dollar machten es "aber nicht leicht, auch nur irgendeine große Assetklasse positiv einzuschätzen". Selbst wenn sich die Konjunktur wider Erwarten besser entwickeln sollte als gedacht, dürften die vielen politischen Risiken in den nächsten Monaten für Marktvolatilität sorgen. (fp)