Die US-Zentralbank Fed wird die Zinsen bis zum Jahresende auf 4,25 bis 4,5 Prozent anheben, prognostiziert der Vermögensverwalter Natixis Investment Managers. Diese Einschätzung liege über den aktuellen Markterwartungen von 3,9 Prozent. Derzeit beträgt die Leitzinsspanne in den USA 2,25 bis 2,5 Prozent. "Anleger werden wahrscheinlich von einer aggressiveren Fed überrascht, was zu einer erhöhten Volatilität bei risikobehafteten Anlagen im vierten Quartal führen wird", sagt Mabrouk Chetouane, Head of Global Market Strategy.

Im Vorfeld des Fed-Meetings am 21. September stellt er infrage, dass die US-Wirtschaft wirklich vor einer Rezession stehe. Chetouane verweist auf den robusten Arbeitsmarkt mit einem massiven Aufbau von Arbeitsplätzen in den vergangenen beiden Monaten, eine Arbeitslosenquote auf historisch niedrigem Niveau und den extrem hohen Bestand an offenen Stellen. Dies sei sowohl ein Bollwerk für das Vertrauen in die Wirtschaft als auch eine Einkommensquelle für die US-Haushalte.

Keine Entspannung bei der Kerninflation
"Damit rechtfertigt die US-Notenbank ihre weiter restriktivere Geldpolitik", erläutert Chetouane. Die jährliche Inflationsrate in den USA sei zwar im August gegenüber dem Juli gesunken, nicht aber die Kerninflation. "Die Immobilienkomponente, auf die fast 30 Prozent des Index entfallen, dürfte weiter ansteigen und einen erheblichen Druck auf die Kerninflation ausüben, sodass diese bis zum vierten Quartal nicht sinken wird", meint Chetouane. (fp)