Junge Menschen haben in der Regel andere Dinge im Kopf, als ans Alter zu denken. Dabei ist es sehr wichtig, früh mit der Vorsorge anzufangen. Denn je später man mit dem Sparen beginnt, desto mehr Geld muss man Monat für Monat auf die hohe Kante legen, um ans Ziel zu gelangen – und desto mehr muss man sich dementsprechend einschränken. "Späte Fondssparer" erleiden also empfindliche Nachteile.

Eine Modellrechnung, die das Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB) erstellt hat, verdeutlicht das: Jemand setzt sich ein Sparziel von 500.000 Euro, über die er ab dem 65. Lebensjahr verfügen will. Dafür möchte er jeden Monat einen fixen Betrag in ein Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen stecken, das annahmegemäß nach Inflation, Steuern und Kosten 2,5 Prozent Rendite pro Jahr bringt. Beginnt der Sparer im Alter von 25 Jahren, muss er 600 Euro pro Monat investieren, um sein Ziel zu erreichen. Wer nur zehn Jahre später, also erst mit 35 Jahren beginnt, muss bereits 940 Euro pro Monat aufbringen, rechnet die Interessenvereinigung vor.

FONDS professionell ONLINE hat nach dem Muster der FPSB-Kalkulation selbst den Rechner angeworfen und nachgeschaut, wie sich die monatlich benötigten Fondssparraten in Abhängigkeit von der angenommen Jahresrendite und der Gesamtspardauer verändern. Das Ergebnis, in nachfolgender Tabelle nachzulesen, spricht für sich selbst  – wobei in unserer Kalkulation nicht einmal Kosten wie Aufgabeaufschläge, Depotgebühren oder die Inflation berücksichtigt wurden, die den Sparerfolg respektive die benötigten monatlichen Raten aber noch massiv beeinflussen können, insbesondere in der langen Frist.

Fondssparen "in die Wiege legen"
Ein Lese-Beispiel für obige Tabelle: Wer als verantwortungsvoller Erziehungsberechtigter oder Verwandter gleich bei der Geburt eines Kindes Geld für den Nachwuchs beiseite legt, hat es noch vergleichsweise einfach. Bei einer kalkulatorischen Rendite von fünf Prozent per annum – also ungefähr dem, was ein durchschnittlich guter, international anlegender Mischfonds mit Aktienfokus laut BVI-Statistik (Stand: Juni 2020) in den vergangenen 30 Jahren erwirtschaftet hat – müssten monatlich gerade mal 89 Euro aufgebracht werden, damit der neue Erdenbürger mit 65 Jahren eine halbe Million Euro auf der hohen Kante hat.

Wird der Fondssparplan dagegen erst im Alter von 30 Jahren gestartet (Restspardauer: 35 Jahre), klettert die benötigte Sparrate bei gleicher Rendite schon um das Fünffache auf 449 Euro pro Monat – ein Betrag, den 30-Jährige als Berufsanfänger nur selten aufbringen dürften. Entweder muss der "spätstartende" Vorsorger sein Anlagerisiko drastisch erhöhen – oder sich von seinem Sparziel von 500.000 Euro verabschieden, um auf monatlich leistbare Sparraten zu kommen. (ps)