Betrachtet man den bisherigen Jahresverlauf, so hat man das Gefühl, man blickt auf einen gesamten Finanzmarkt­zyklus – allerdings im Zeitraffertempo: ­zunächst das Abreißen einer Boomphase, ­gefolgt von einem Crash, dann Rebound und Erholung, fallweise neue Rekordhochs, neuerliche Abkühlung und zu ­Redaktionsschluss die Hoffnung auf eine Jahresend-Rally. Gerade in diesen durch Covid-19 ausgelösten turbulenten Zeiten ist die Krisenresistenz von Inves­titionen besonders wichtig. Welche Fonds minimieren also die Verluste, verringern auf diese Weise den Aufholbedarf und schaffen es im Idealfall auch noch rechtzeitig, den Rebound zu nutzen, um so aktiv eine möglichst optimale Performance herauszuholen?

Die handverlesene Gruppe aktiv gemanagter Fonds, die am vergangenen FONDS professionell Kongress zu Trägern des ÖSTERREICHISCHEN FONDSPREISES gekürt wurden, bietet eine Vorauswahl an Produkten, die genau diese Anforderung erfüllen – denn nach objektiven Kriterien wurden hier die besten aktiven Managementteams aller in Deutschland vertriebenen Fonds ausgewertet. 

Akribisches Auswahlsystem
Das funktioniert folgender­maßen: In ­einem ersten Schritt wird das Fondsuniversum nach Kategorien geordnet. Ausgezeichnet werden ­jeweils nur jene Fonds, die über den fünfjährigen Beobachtungszeitraum hinweg positive Ergebnisse erwirtschaften. Für die Berechnung werden zunächst alle potenziellen Siegerkandidaten anhand ihrer Ertrags- und Risikodaten ­gereiht. Die besten Fonds werden anschließend durch das Münchner Institut für ­Vermögensaufbau (IVA) auf Basis ihrer ­Anlagerichtlinien dahingehend untersucht, ob sie tatsächlich dank der Managerleis­tung einen Mehrwert in ihrer Anlagestrategie erzielen konnten oder ob sie lediglich aufgrund eines weiter gefassten Anlage­universums besser abgeschnitten haben. Auf diese Weise werden Fonds, die kein ­erkennbares Alpha erzielt haben, zurück­gereiht – auch dann, wenn ihre nackten Ertrags­daten besser sind als ­­jene anderer Fonds derselben Gruppe.

Trotz dieser enorm zugespitzten Kriterien haben es die Preisträger geschafft, zum Stichtag der Kür eine Outperformance von bis zu 62,9 Prozent hinzulegen. Gelungen ist dieser Höchstwert dem Squad Euro­pean Convictions aus dem Segment der europäischen Aktienfonds. Doch was ist aus diesem Fonds und all den anderen ­Gewinnern des ÖSTERREICHISCHEN FONDSPREISES im Zeitraffer-Jahr 2020 geworden? Konnten die Geehrten ihre heraus­ragende Performance halten? 

Beeindruckende Rebounds
Die positive Antwort vorweg: großteils ja. 61 Prozent der ausgezeichneten Fonds konnten im laufenden Jahr eine mitunter sehr deutliche positive Performance erzielen (siehe oben stehende Tabelle). Mit ­einem durchschnittlichen Plus von knapp zehn Prozent hat sich dabei die Kategorie „Aktienfonds Europa“ insgesamt am besten geschlagen, wie auch Andreas Ritter, Vorstand des IVA, bestätigt: „Im dritten Quartal haben alle drei der ausgezeich­neten ­Nebenwertefonds Renditen oberhalb von zehn Prozent und damit eine deut­liche Outperformance im Vergleich zu ­ihrer Peergroup generiert.“ Zum Vergleich:  Standardwertefonds lagen im selben ­Zeitraum vergleichsweise geringe 1,5, Nebenwertefonds immerhin 7,4 Prozent im Plus. (hw)


Welche Fonds sich im Konkreten besonders gut geschlagen und welche Strategie sie angewendet haben, lesen Sie in FONDS professionell 4/2020. Die Ausgabe wird den Abonnenten in diesen Tagen zugestellt.