Nach 15 Jahren: Wall-Street-Veteran rät zur Untergewichtung der Mag 7
Erstmals seit 2010 empfiehlt Wall-Street-Veteran Ed Yardeni keine Übergewichtung der "Magnificent Seven" mehr. Der Tech-Boom bleibe zwar ein Treiber, doch zunehmender Wettbewerb und starke internationale Märkte verändern die Lage.
Nach einer 15 Jahre währenden Übergewichtung von Technologiewerten empfiehlt Yardeni Research nun de facto eine Untergewichtung der "Magnificent Seven"-Megacap-Technologieaktien gegenüber dem übrigen S&P 500.
"Wir sehen mehr Wettbewerber, die es auf die saftigen Gewinnmargen der Magnificent Seven abgesehen haben", sagte der langjährige Wall-Street-Stratege Ed Yardeni. Zugleich dürften Produktivität und Gewinnmargen des übrigen S&P 500 durch Technologieeffekte gestützt werden. Letztlich entwickle sich jedes Unternehmen zu einem Technologieunternehmen, so Yardeni.
Erstmals seit 2010: Keine Übergewichtung mehr in IT und Kommunikation
Laut der Analyse vom Sonntag (7.12.) ergibt es keinen Sinn mehr, in einem S&P-500-Portfolio weiterhin eine Übergewichtung der Sektoren Informationstechnologie und Kommunikationsdienste zu empfehlen, nachdem diese Positionierung seit 2010 gehalten worden war. Yardeni Research rät nun zur Marktgewichtung beider Sektoren und empfiehlt stattdessen Übergewichtungen in Finanz- und Industriewerten sowie im Gesundheitssektor.
Wachsende Konkurrenz setzt Magnificent Seven unter Druck
Besondere Vorsicht sei bei den Magnificent Seven geboten, weil sie "aggressiver gegeneinander konkurrieren und ihnen mehr Konkurrenz aus dem Nichts erwächst", sagte Yardeni am Montag (8.12.) im Interview mit "Bloomberg TV" (Video im Anschluss). Er verwies insbesondere auf jüngste Zweifel an der Dominanz von OpenAI sowie auf das Auftreten des chinesischen Anbieters Deepseek in diesem Jahr.

Ein Index der "Magnificent Seven"-Aktien – darunter Nvidia, Meta Platforms und Alphabet – hat seit Ende 2019 mehr als 600 Prozent zugelegt, während der S&P 500 um 113 Prozent gestiegen ist. Der Trend wurde sowohl durch die pandemiebedingte Hinwendung zu Big Tech als auch durch den jüngsten Boom bei künstlicher Intelligenz begünstigt.
Auch im Weltportfolio weniger Gründe für US-Übergewichtung
Yardeni sieht zudem wenig Grund, die USA im MSCI-Weltportfolio weiter überzugewichten. Internationale Wettbewerber hätten die USA in diesem Jahr aufgrund günstigerer Bewertungen, eines schwächeren Dollars und robuster globaler Unternehmensgewinne übertroffen.
"Die USA machen derzeit 65 Prozent der Marktkapitalisierung des weltweiten Aktienmarktes aus, daher ist es schwierig, eine Übergewichtung von etwas zu empfehlen, das bereits ziemlich übergewichtet ist", sagte er gegenüber "Bloomberg TV". (mb/Bloomberg)















