Was ist dran am Mythos Jahresendrally? Sven Lehmann vom Mutli-Familyy-Office HQ Trust hat nachgerechnet – mit Daten aus den vergangenen 150 Jahren. Der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend hat dazu die Performance des S&P 500 seit dem Jahr 1872 analysiert und die Wertentwicklung des jeweiligen Jahres bis Ende November mit der im Börsenmonat Dezember verglichen. Seine Erkenntnisse: "Der Dezember zählt zu den besten Börsenmonaten: Beim Blick auf die Performance schafft er es zwar nur auf Platz vier. Im Januar, Juli und April sind die Schwankungen der mittleren Erträge allerdings wesentlich höher.“

Gespaltenes Bild: Auf den Jahresverlauf bis Dezember kommt es an
Noch deutlicher wird das Bild, wenn man die Wertentwicklung des jeweiligen Jahres bis Ende November heranzieht: "Schnitten die Börsen in den ersten elf Monaten extrem schlecht ab und verbuchten in diesem Zeitraum Verluste von mehr als 15 Prozent, verlor der S&P 500 im Dezember im Mittel weitere 1,6 Prozent. Boomten die Börsen dagegen und konnten bis Ende November einen Gewinn von mehr als 15 Prozent einstreichen, legte der S&P 500 im Dezember im Mittel um weitere 2,1 prozent zu. Im Schnitt legten die Aktien des S&P 500 im letzten Monat des Jahres um 1,2 Prozent zu.“

Im Klartext: Es gibt Jahresendrallys bei Aktien, allerdings nur in guten Börsenjahren. In schlechten setzt sich die miserable Performance im Mittel auch im Dezember fort. Das zeigt die folgende Grafik im linken Teil mit der abwärts gerichteten roten Säule. (kb)

Quelle: HQ Trust, Global Financial Data, Thomson Reuters Datastream