Wer als Anleger auf lohnende Investments aus ist, wird bei Anleihen derzeit kaum fündig: Die anhaltend niedrigen Zinsen wirken wenig verlockend. Ein Bereich jedoch hat Potenzial, sagt Clint Comeaux, Portfoliomanager beim Asset Manager Muzinich & Co: amerikanische Hochzinsanleihen – Bonds mit hohem Zinssatz also, die im Gegenzug aber ein höheres Ausfallrisiko bergen. "Mit gut diversifizierten Unternehmensanleihen, die Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen bieten, lassen sich immer noch Werte schaffen", so Comeaux.

Geben Unternehmen Anleihen heraus, häufen sie damit Schulden an. Steigende Firmenschulden seien zwar normalerweise kein gutes Zeichen, sagt der Portfoliomanager. Doch im aktuellen Umfeld zeige sich: "Niedrige Finanzierungskosten ermöglichen tendenziell eine gesicherte preiswerte Verschuldung und die Laufzeiten sind verlängert. Zudem achten Unternehmen stärker auf ihre Bilanzen als in früheren Jahren und waren daher bei der Kreditaufnahme weniger aggressiv."

Der amerikanische High-Yield-Markt wird kleiner
Comeaux beobachtet, dass der Markt für US-Hochzinsanleihen bereits seit mehr als drei Jahren schrumpft. Er begründet das mit der Finanzkrise und dem darauffolgenden Chaos an den Märkten. Auch hätten "Private Equity-Firmen ihre Käufe nicht mehr so stark über den Kapitalmarkt durch Anleihen finanziert." (fp)