Eine positive Preisdynamik, eine verbesserte Anlegerstimmung sowie niedrige Positionierungen machen eine Korrektur an den Aktienmärkten von mehr als zehn Prozent unwahrscheinlich. Dies gelte umso mehr, als dass die Fundamentaldaten der Unternehmen derzeit stark sind, sagt Patrick Moonen, Chefstratege Multi Asset bei NN Investment Partners (NNIP). Die Makrodaten deuten zudem auf eine Konsolidierung auf einem gesunden Niveau hin, die Politik der großen Zentralbanken ist graduell und vorhersehbar. Außerdem trifft China Maßnahmen, um den Rückgang des Wirtschaftswachstums sowie die negativen Folgen der US-Handelspolitik auszugleichen. 

Einige Marktbeobachter betrachten die jüngsten Turbulenzen rund um die FAANG-Aktien Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google als Auftakt einer größeren und breiteren Marktkorrektur. "Das sehen wir nicht so", sagt der NNIP-Stratege. Kleinere Kursschwankungen, die durch Verkäufe von FAANG-Aktien ausgelöst wurden, waren Moonen zufolge nicht relevant genug, um den Gesamtmarkt aus dem Gleichgewicht zu bringen. Zumal sie gezeigt haben, dass Anleger ihre Hausaufgaben gemacht haben, um die relative Qualität dieser Unternehmen richtig einzuschätzen.

Korrekturen nicht ausgeschlossen
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass in bestimmten Marktsegmenten wie dem Technologiesektor größere Korrekturen auftreten können und auch werden, wenn sich die Anlegereinschätzung ändert. Auf absehbare Zeit sieht Moonen zwar keine Ansteckungsgefahr für andere Marktsegmente. "Dennoch haben wir unsere Allokation in relativ teuren US-Aktien zugunsten von relativ günstigen Aktien aus Schwellenländern reduziert", berichtet er. Europäische Aktien hat er nach wie vor neutral gewichtet. (fp)