Es war der beste Monat für den Euro seit fast einem Jahrzehnt: Im Juli 2020 legte die Gemeinschaftswährung um 4,8 Prozent zu, im August stiegen die Netto-Long-Positionen auf den Euro auf ein Allzeithoch. Anders gesagt: Investoren rechnen damit, dass sich die Rally fortsetzt. Schon jetzt sei der Euro nur einen Katzensprung davon entfernt, teurer als der US-Dollar zu werden, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Peter Chatwell, Leiter Multi-Asset-Strategie bei Mizuho International, rechnet bis Juli 2021 mit einem Anstieg der Gemeinschaftswährung auf 1,30 US-Dollar. Das Kurspotenzial ist jedoch nicht das einzige Plus, das der Experte dem Euro attestiert. "Es ist auch politisch so, dass der Euro noch nie so stark und noch nie so nahe daran war, richtig konstruiert zu sein", sagte Chatwell der Nachrichtenagentur.

Starker Emittent
Die Sorgen, dass die Covid-19-Pandemie die Währungsunion zerreißen könnte, konnte die Europäische Union (EU) dank des beispiellosen Zusammenspiels von Geld- und Fiskalpolitik zerstreuen. "Ein großer Teil des Risikos, das mit einem Auseinanderfallen des Euro verbunden wird, dürfte in der Einschätzung des Marktes verschwunden sein", sagte Tony Small, Anlagestratege bei Morgan Stanley, Bloomberg. Stattdessen gebe es jetzt einen attraktiven Emittenten, der "die gesamte Kreditqualität des Euro nach oben ziehen wird." (fp)