Im dritten Quartal dieses Jahres hat sich die deutsche Wirtschaft überraschend schwach gezeigt. Sie sank gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent. "Der Rückgang fiel größer aus als erwartet", sagt Michael Jensen, Vizepräsident von Moventum. Als Hauptschuldigen dafür hat er den Automobilsektor ausgemacht, der zuletzt einen deutlichen Rückgang verzeichnete. Nicht nur die Dieselskandale machen der deutschen Autoindustrie zu schaffen, sondern auch der Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten.

Ob bei Zulieferern oder Herstellern: China spielt eine große Rolle in der deutschen Automobilindustrie. So wundert es nicht, dass sich der anhaltende Handelsstreit zwischen China und den USA inzwischen negativ auf die deutsche Wirtschaft auswirkt. Die Autoverkäufe in China sind gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent zurückgegangen – das geht an den deutschen Autobauern nicht spurlos vorüber. "Der Export fiel geringer aus als noch zu Beginn des Jahres", bestätigt Jensen.

In der Eurozone geht es aufwärts
Dass die Konjunktur in Deutschland geschwächt ist, unterstreichen neue Zahlen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). In seinem aktuellen Bericht schätzt das ZEW die Wirtschaftslage in der Bundesrepublik deutlich schlechter ein als zuvor. Die Verläufe von Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätzen und Außenhandel deuten auf eine schwächere Entwicklung der deutschen Wirtschaft hin. In der gesamten Eurozone ist die Wirtschaftsleistung dagegen im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent gestiegen. (fp)