Regelmäßig analysiert Morningstar das Publikumsinteresse an bestimmten Produkten aus seinen Datenbanken.Traditionell finden sich da Bestseller-Fonds aus den Häusern Flossbach von Storch oder Carmingnac. In der jüngsten Analyse taucht nun aber erstmals ein Fonds auf, der aus einer Vergleichsgruppe stammt, die es angesichts der europäischen Zinspolitik seit Jahren schwer hat: Ein flexibler Rentenfonds, der im Euro-Raum anlegt.

Und man muss nur einen Blick auf die Wertentwicklung des H20 Multibond R EUR, werfen, um dieses Interesse zu verstehen. Der Rentenfonds agiert extrem flexibel und ähnelt in seiner Strategie eher einem Hedgefonds als einem Anleiheprodukt. Um Erträge zu erwirtschaften, dreht das Management an so ziemlich allen Schauben, die im festverzinslichen Bereich zur Verfügung stehen. So werden etwa auch Leerverkäufe eingesetzt, um von Fehlbewertungen zu profitieren, auf Wechselkurse gewettet und in Schwellenländern angelegt.

Verwaltet wird der Fonds von der britischen Fondsgesellschaft H2O, die heute zu Ostrum Asset Management (ehemals Natixis Asset Management) gehört, wobei das Management weiterhin 49,9 Prozent der Vermögensverwaltung besitzt. Das Morningstar-Urteil zu dem ungewöhnlichen Fonds klingt vielversprechend: "Der von Bruno Crastes und Jeremy Touboul verwaltete Fonds zählt kurz- und langfristig zu den besten flexiblen EUR Rentenfonds. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der H20 Multibond ein jährliches Plus von sage und schreibe 23 Prozent pro Jahr und deklassierte damit regelrecht die Konkurrenz."

Ausgezeichnete Investmenterfolge
Die herausragenden Fähigkeiten des Fondsmanagements sind auch anderen Beobachern nicht verborgen geblieben: Bruno Crastes wurde im vergangenen Jahr zusammen mit seinem Team-Partner Vincent Chailley für die Spitzenresultate beim Management des Fonds H2O Allegro mit dem begehrten Golden Award des Dachfondsspezialisten Sauren prämiert und stand der Redaktion von FONDS professionell in Heft 03/2018 bei einem spannenden Roundtable-Schlagabtausch Rede und Antwort.

Diese Anlageerfolge sind auf die Risikobereitschaft der Fondsmanager zurückzuführen, das Produkt eignet sich daher nur für Anleger, die die Wertschwankungen einer solchen Strategie aushalten und die überdies bereit sind, einen vergleichsweise hohen Preis für den Fonds zu bezahlen: Morningstar schreibt dazu: "Weil die Fondsmanager in Stresszeiten dort unterwegs sind, wo andere Fonds das Weite suchen, etwa bei Italien-Bonds im vierten Quartal 2018, zeigt der Fondspreis einen volatilen Verlauf. Crastes und Touboul verfolgen die einfach klingende Maxime, dass man ohne Risiken keine Erträge erzielen kann. Das kann zu viel des Guten für klassische Rentenfondsanleger sein, aber auch risikohungrige Investoren werden es leider schwer haben, in diesen heute 4,2 Milliarden Euro schweren Fonds zu investieren. Er ist auf vielen Fondsplattformen nicht verfügbar, und aufgrund der hohen Mittelzuflüsse wurde ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent eingeführt." (gf)