Der Bitcoin konnte sich in den vergangenen Monaten wachsender Beliebtheit erfreuen. Allerdings sind es derzeit vor allem einige wenige wohlhabende Anleger, die einen beträchtlichen Anteil der Bitcoins halten. Die Ratingagentur Morningstar hat nun einen Leitfaden formuliert, der Neuanlegern den Einstieg in die Krypto-Währung erleichtern soll. Die wichtigste Botschaft: Im Portfolio weist Bitcoin eine ähnliche Funktion auf wie Gold. "Rein funktional und konzeptionell sind sich diese beiden Assets ähnlich, auch wenn viele Investoren Gold bevorzugen, das eine jahrtausendalte Historie als Wertspeicher hat - im Gegensatz zum Parvenu Bitcoin", erklärt Morningstar-Analyst John Rekenthaler.

Der Hauptgrund für Anleger, auf Bitcoin zu setzen, ist dem Experten zufolge die Portfolio-Diversifikation. Denn der Kurs der Krypto-Währung entwickelt sich unabhängig zu anderen Vermögenswerten, wenn auch zu jeder Zeit: Als die Aktienkurse im März vergangenen Jahres abstürzten, erging es den Bitcoin-Kursen genauso. "Bitcoin ist hier nicht perfekt", räumt Rekenthaler ein. Dennoch gilt die Digitaldevise ähnlich wie Gold als Absicherungsinstrument gegen eine steigende Inflation. Allerdings könne man davon bisher nur theoretisch ausgehen, denn seit der Bitcoin existiert, hat es noch keine "echte" Inflation gegeben. 

So kaufen Anleger Bitcoins
Anteilig empfiehlt Rekenthaler Anlegern, ihr Portfolio mit einer Quote von 2,5 Prozent an Gold und 2,5 Prozent an Bitcoin zu diversifizieren. Um sich Bitcoins zuzulegen, haben Investoren dabei zwei Möglichkeiten: Entweder, sie kaufen die Krypto-Währung, deren Wert derzeit bei rund 50.000 Euro liegt, direkt an einer Bitcoin-Börse und speichern sie in ihrer digitalen Geldbörse, dem sogenannten Wallet. "Dies ist der günstigste Weg für langfristige Besitzer, denn obwohl sowohl Bitcoin-Börsen als auch Wallets Transaktionsgebühren erheben, gibt es keine Haltegebühren für Langfristanleger", erklärt der Experte. Alternativ können europäische Anleger Bitcoins über Zertifikate erwerben, sogenannte Exchange-traded Notes (ETN). Allerdings müssen sie hier mit Transaktionskosten von 1,5 bis 2,5 Prozent im Jahr rechnen. (fp)