Im europäischen Private-Equity-Sektor schwächelt das Geschäft. Das in Europa aufgebrachte Private-Equity-Kapital fiel 2025 auf ein Zehnjahrestief und tendiert Anfang 2026 erneut nach unten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktstudie der Fondsratingagentur Morningstar.

Stau am Exit-Markt
"Die Kapitalbeschaffung steht weiterhin unter Druck, was zum Teil daran liegt, dass große Fondsabschlüsse über fünf Milliarden Euro ausbleiben", sagt Johann Scholtz, Aktienanalyst bei Morningstar. "Hinzu kommt, dass die schwache Exit-Aktivität den Kapitalrückfluss an die Investoren einschränkt, Reinvestitionen verringert und die Aussichten für die künftige Kapitalbeschaffung zusätzlich belastet."

Grund zur Sorge bereiten darüber hinaus die Renditen im Private-Equity-Bereich. Sie liegen aktuell unter den langfristigen Durchschnittswerten, und der langjährige Bewertungsaufschlag, den Private-Market-Manager im Vergleich zu traditionellen Asset Managern genossen haben, hat sich nach der jüngsten Underperformance deutlich verringert.

Schwieriges Marktumfeld
"Für Investoren deutet das auf ein schwierigeres Umfeld hin als in früheren Zyklen. Andererseits können sinkende Transaktionsmultiplikatoren einen attraktiveren Einstiegspunkt für neue Investitionen schaffen und langfristig möglicherweise höhere Renditen begünstigen", so Scholtz.

Spannungen gibt es zudem bei Private Credit. Steigende Renditen bei Leveraged Loans und sich ausweitende Spreads Anfang 2026 deuten auf einen zunehmenden Druck an den Märkten für private Kredite hin, was möglicherweise auf eine sich verschlechternde Bonität der Kreditnehmer hindeutet und das Risiko künftiger Wertberichtigungen erhöht. Zuletzt hatte sich auch Bafin-Präsident Mark Branson kritisch zu dem Marktsegment geäußert. (jh)