US-Technologieaktien haben nach Ansicht der Strategen von Morgan Stanley das Potenzial für weiter steigende Kurse. Denn: Der anhaltende Hype um Künstliche Intelligenz (KI) untermauere die robusten Umsatzaussichten der Branche. Das Team um Michael Wilson erklärt, die Erwartungen für das Umsatzwachstum der größten Technologieunternehmen hätten "Höchststände seit mehreren Jahrzehnten" erreicht. Gleichzeitig seien die Bewertungen infolge der jüngsten Marktvolatilität gesunken.

Der jüngste Ausverkauf bei Softwareaktien habe "attraktive Einstiegspunkte" bei Titeln wie Microsoft und Intuit eröffnet, so die Strategen. "Phasen wie die vergangene Woche sind in großen Investitionszyklen nicht ungewöhnlich", schreibt Wilson in einer Mitteilung. "Abgesehen davon bleibt der fundamentale Rückenwind für den Komplex der KI-Wegbereiter bestehen, und der KI-Anwender-Trade ist aus unserer Sicht nach wie vor unterbewertet."

Rücksetzer beruhigt nicht alle Anleger
Die Einschätzungen dürften Anleger beruhigen, die zuletzt begonnen hatten, die Profitabilität der massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz zu hinterfragen. Der Nasdaq 100 verzeichnete seinen stärksten wöchentlichen Rückgang seit Dezember. Zudem gerieten auch Aktien unter Druck, die als potenzielle Verlierer durch neue KI-Anwendungen gelten.

Der sogenannte "Magnificent-Seven-Index" von Bloomberg wird aktuell mit dem etwa 29-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Damit liegt die Bewertung leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Zwar griffen einige Schnäppchenjäger am Freitag (6.2.) zu, doch das Marktgeschehen deutet darauf hin, dass diese Bewegung nur von kurzer Dauer sein könnte. Die Futures auf den Nasdaq 100 gaben am Montag um 0,7 Prozent nach.

Noch keine stärkere Investitionsdisziplin
Eine Analyse von Wilsons Team zeigt, dass Investoren bislang strukturell noch keine stärkere Investitionsdisziplin zeigen. Aktien mit einem höheren Verhältnis von Investitionen zu Umsatz hätten den Gesamtmarkt weiterhin übertroffen, so der Stratege.

Wilson sieht zudem Chancen bei Unternehmen, die KI direkt in ihrem Kerngeschäft einsetzen – im Gegensatz zu jenen, die primär Technologie und Infrastruktur bereitstellen. Diese Gruppe übertreffe den Gesamtmarkt am Tag nach der Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen um durchschnittlich ein Prozent, sagte er.

Rückenwind durch schwächeren Dollar
Zusätzliche Unterstützung komme von einem schwächeren Dollar. Unternehmen im Nasdaq 100 erzielen laut Morgan Stanley rund die Hälfte ihrer Umsätze außerhalb der USA. Zudem beobachtet das Team eine breitere Erholung bei den Gewinnrevisionen in den Bereichen Halbleiter, Software und Hardware sowie bei den Magnificent-Seven-Aktien. (mb/Bloomberg)