In Österreich stehe institutionellen Anlegern und Finanzinstitutionen erstmals ein kostenloses Modell zur Klimaverträglichkeitsprüfung von Finanzportfolios zur Verfügung, teilen Finanzministerium (BMF) und Umweltministerium (BMK) in einer Aussendung mit.
Das so genannte Pacta-Tool ("Paris Agreement Capital Transition Assessment") soll erfassen, wie stark die von der österreichischen Finanzwirtschaft verwalteten Vermögen auf die Pariser Klimaziele ausgerichtet sind.

Der Analyseprozess durchleuchtet Portfolien mit globalen Aktien und Unternehmensanleihen beziehungsweise Fonds und globale Kreditportfolien größerer Banken. Es werden auch ein Stresstest für klimabedingte Risiken sowie eine Expositionsanalyse und einen Stresstest für Covid- 19 beziehungsweise Pandemierisiken zur Verfügung gestellt. Das Instrument sei bisher von mehr als 200 Finanzinstituten und drei Finanzaufsichtsbehörden verwendet worden. Die Teilnahme an Pacta 2020 ist kostenlos.

Vorbereitung auf regulatorische Erwartungen
Teilnehmende Institutionen können laut den Angaben verschiedene Handlungsoptionen simulieren sowie Strategien und Ziele entwickeln, um Klimarisiken in den Anlagestrategien zu verringern und Portfolios klimaverträglich auszurichten. Es werde den Unternehmen damit ermöglicht, sich auf künftige Verpflichtungen durch EU-Regulatorien sowie Klima-Stresstests vorzubereiten, heißt es.

BMF und BMK haben eine national akkordierte Teilnahme an dieser Initiative im Rahmen der Green Finance Agenda gestartet. Die 2019 ins Leben gerufene Agenda der Bundesregierung besteht bisher nur aus einer "Fokusgruppe". Eine Veröffentlichung sei im dritten Quartal 2020 zu erwarten. Die Agenda soll zur grünen Konjunkturbelebung nach der Corona-Krise beitragen, heißt es nun. Ziel ist es, privates Kapital für nachhaltige Investitionen zu mobilisieren, klimabedingte Risiken zu reduzieren und Langfristigkeit zu fördern.

Das Pacta-Tool sei dabei ein Baustein. Es sei federführend vom unabhängigen Non-Profit Think Tank "2° Investing Initiative" entwickelt worden. Auf der Homepage von Pacta ist aber ersichtlich, dass das durch die EU-Kommission gegründete Werkzeug in einem Konsortium mit etlichen Einrichtungen entwickelt wurde: Frankfurt School of Finance and Management, WWF European Policy Office, WWF Deutschland, Kepler-Cheuvreux, Climate Bonds Initiative, SMASH, CDP, University Zurich. (eml)