In den vergangenen Wochen haben die Aktienmärkte rund um den Globus einen regelrechten Höhenflug hingelegt. Zugleich allerdings haben sich die Konjunkturdaten kontinuierlich verschlechtert. Viele Investoren spekulieren daher derzeit darauf, dass die guten Marktdaten bessere Fundamentalwerte vorweg nehmen und hoffen auf weiter steigende Kurse. Möglicherweise zu Unrecht, schreiben die Analysten von M.M. Warburg in ihrem aktuellen Konjunktur- und Strategiebericht.

Die Privatbank hat mithilfe eines Modells untersucht, was es für die Aktienmärkte bedeutet, wenn sich Fundamental- und Marktdaten in unterschiedliche Richtungen bewegen. Das Ergebnis: Zwar gibt es durchaus Momente, in denen die Börse der fundamentalen Entwicklung vorausläuft und sich für Anleger, die diesen Trend früh erkennen, Chancen ergeben. In vielen Fällen ist aber auch das Gegenteil der Fall – und die schlechten Fundamentaldaten haben die Märkte am Ende mit in die Tiefe gerissen. 

Fundamentaldaten sind viel stabiler
"Der Mehrwert, auf den Markt und nicht auf die fundamentalen Daten zu hören, erscheint damit begrenzt", schreiben die Analysten. Ihr Fazit: Einige Wochen mit guten Marktdaten machen noch lange keinen zweiten Frühling. Für die Marktexperten ist das Ergebnis nicht überraschend: "Letztendlich sind Fundamentaldaten viel stabiler als Marktdaten", schreiben sie. Bei einer Diskrepanz zwischen Fundamental- und Marktdaten sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Marktdaten irren. (fp)