Die Analysten von M.M.Warburg haben ihre Prognose für den deutschen Leitindex Dax radikal nach unten geschraubt. Bislang gingen sie von 12.600 Punkten bis zum Jahresende aus. In ihrem aktuellen Konjunkturbericht rechnen sie nur noch mit 11.000 Punkten. "Dieser drastisch anmutende Schritt ist darauf zurückzuführen, dass von der prognostizierten Konjunkturerholung nichts in Sicht ist und wir deshalb davon ausgehen, dass die Erwartungen für die Unternehmensgewinne deutlich zu hoch sind", schreiben die Volkswirte.

Zwar haben viele Unternehmen ihre Prognosen für das Jahr 2019 bereits nach unten revidiert, sodass der Gewinn je Aktie mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit zwei Jahren liegt. Doch für das Jahr 2020 erwarten die Analysten einen Gewinnanstieg von 14 Prozent, zeigen die aktuellen Dax-Konsensschätzungen nach IBES und Factset.

Kein Votum gegen Aktien
Die Analysten von M.M.Warburg halten dagegen nur ein Plus von fünf Prozent für wahrscheinlich – und selbst dafür müssten sich die konjunkturellen Frühindikatoren noch deutlich verbessern. Bislang zeigen diese – wie der in dieser Woche veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex – aber weiter nach unten.

Gleichwohl: Investoren sollten nicht den Mut verlieren. "Dies ist kein generelles Votum gegen Aktien", betonen die Analysten. Deutschland und der Dax seien von der gegenwärtigen politischen und ökonomischen Gemengelage besonders negativ betroffen. Dies könnte sich ändern, wenn es zu einem Handelsabkommen zwischen den USA und China kommt oder es der EU gelingt, einen No-Deal-Brexit zu verhindern. (fp)