In Japan könnten sich im Laufe des Jahres einige hausgemachte Baustellen als hinderlich für Wachstum und Stabilität erweisen, heißt es von M.M.Warburg. Erstens steigen die Staatsausgaben im Jahr 2019 laut Haushaltsentwurf um fast vier Prozent. Hintergrund sind die staatliche Flankierung der Mehrwertsteuererhöhung, höhere Militärausgaben und die Finanzierung einer Gratis-Kinderbetreuung. Zweitens dankt am 30. April Kaiser Akihito nach 30 Jahren Amtszeit ab und übergibt die Krone an seinen Sohn Naruhito. Ein solcher Übergang ist in Japan mit einer Reihe zusätzlicher Feiertage verbunden.

Zuletzt kamen überdies Berichte über jahrelange falsche Daten vom japanischen Arbeitsmarkt ans Licht. Sollte nun auch noch die Weltwirtschaft am Beginn eines längeren Abschwungs stehen, würde das die japanische Wirtschaft zusätzlich belasten. Der Grund: Japanische Anleger halten überproportional große Bestände an ausländischen Wertpapieren, erklären die Analysten von M.M.Warburg. In früheren Krisen haben sie regelmäßig ihre globalen Engagements zurückgefahren und Kapital zurück nach Hause geholt. Das hatte einen starken Yen und schwächere Kurse an der Tokioter Börse zur Folge.

Unternehmensgewinne könnten schwächeln
Im vergangenen Jahr galten japanische Aktien als aussichtsreich. Im laufenden Jahr sollten Anleger dagegen vorsichtig sein, warnen die Experten der Privatbank. "Das Wachstum der Unternehmensgewinne dürfte angesichts der beschriebenen Einflussfaktoren nicht so stark ausfallen wie erwartet." Zwar sprechen mehrere Faktoren für ein langfristiges Engagement in japanische Aktien, etwa die politische Stabilität und die Verbesserung der Corporate Governance. "Die spezifischen und möglicherweise einmaligen Belastungen im laufenden Jahr lassen uns jedoch im Moment zur Vorsicht raten", heißt es von M.M.Warburg. (fp)