Die Aktienmärkte haben sich seit Jahresbeginn deutlich von den Kurseinbrüchen im vierten Quartal 2018 erholt. Und das, obwohl sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft seit nun zwölf Monaten kontinuierlich verschlechtert haben. "Die fulminante Kurserholung zeigt, dass die Aktienmärkte nur von einer konjunkturellen Delle, aber nicht von einer nachhaltigen Abschwächung oder gar einer Rezession ausgehen", sagt Carsten Klude, Chefsvolkswirt von M.M.Warburg. Er schätzt, dass es sich aktuell um ein vorsichtiges und langsames Frühlingserwachen an den Märkten handelt. 

Diese Einschätzung ist für den Experten allerdings noch mit einigen Fragezeichen verbunden. Denn die Aktienkurse hätten sich zwar rasant erholt, die Konjunkturdaten jedoch nicht. Allerdings gehen viele Marktteilnehmer aktuell davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage bald ebenfalls verbessert. Auch einige Frühindikatoren zeigen eine positive Entwicklung. "Nun muss sich zeigen, ob und wie nachhaltig diese Entwicklung ist", sagt Klude. "Nur dann kann die Hausse an den Börsen weitergehen." 

Anleger sollten gebremst euphorisch sein
Die Zahlen haben sich stabilisiert – insbesondere in China, aber auch in Europa. Zwar blickt Klude positiv in Richtung Zukunft, doch "mit einem ähnlich deutlichen Anstieg wie im ersten Quartal 2019 kann man für die kommenden neun Monate sicherlich nicht rechnen", sagt er. "Wir glauben, dass es zu einer Verschnaufpause kommen wird und die Aktienmärkte durchaus auch mal wieder auf der Stelle treten werden." (fp)