Wer auf den großen Konjunkturcrash wartet, dürfte von den aktuellen Wirtschaftsdaten massiv enttäuscht worden sein. Das BIP-Wachstum in den USA ist im ersten Quartal besser ausgefallen als erwartet, und auch Deutschland ist zuletzt ordentlich gewachsen. "Wieder einmal zeigt sich, dass nach zwei schwächeren Quartalen nicht ein drittes schwaches Quartal folgt, sondern eher eine Erholung und Stabilisierung", schreiben die Analysten von M.M.Warburg in ihrem aktuellen Konjunktur- und Strategiebericht. Glaubt man ihrer Analyse, dürfte dieser Zustand anhalten.

Demnach entwickelt sich die Konjunktur weg von ihrem klassischen Verlauf. Jahrelange Auf- und Abschwungphasen werden immer seltener. Stattdessen zeige sich heutzutage eine Art "Wellblechkonjunktur", so die Analysten: Kurze Phasen mit leicht schwächerem Wachstum wechseln sich mit Phasen ab, die durch ein leicht überdurchschnittliches Konjunkturplus geprägt sind.

Makrodaten verlieren an Bedeutung
Die Volatilität nimmt generell ab. Dadurch sinkt auch die Relevanz von Makrodaten für die Analyse von Kapitalmärkten. "Letztlich schauen Investoren eher durch diese kleineren Bewegungen hindurch und lassen sich von kurzen, temporären Verbesserungen oder Verschlechterungen der Daten weniger stark beeinflussen", schreiben die Analysten. Das würde auch erklären, warum sich die Aktienmärkte in den letzten Jahren oft kontraintuitiv zu den fundamentalen Daten entwickelt haben. (fp)