Viel Geld, wenig Wert: Ein- und Zwei-Cent-Stücke sind Brüsseler Bürokraten schon lange ein Dorn im Auge. In ihrem Arbeitsprogramm 2020 hat die Europäische Kommission nun konkrete Pläne für die Abschaffung der kleinen Münzen formuliert. Die Idee findet sich unter Punkt 43 im Anhang, berichtet unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ): Darin ist von einem "Vorschlag für einheitliche Rundungsregeln" die Rede und dann heißt es: "Der Vorschlag hat das Ziel, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen, um die Nachteile und Herausforderungen von deren Nutzung zu beheben."

Um welche Nachteile es sich dabei im Einzelnen handelt, hat die Kommission bereits 2018 in einem Bericht beschrieben, berichtet die FAZ. Demnach stehen die Kosten für die Herstellung, das Zählen des Wechselgelds und den Transport der Münzen in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen. Zudem gebe es in keinem Mitgliedsland mehr eine Mehrheit für die Beibehaltung der "Stückelungen", heißt es in dem Bericht.

Bundesbank plant keine Abschaffung
Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Es darf keinesfalls der Einstieg in den Bargeldausstieg vorbereitet werden", warnte etwa der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. Die Kommission beschwichtigt. Damit habe der Vorschlag nun wirklich nichts zu tun, ließ das Organ laut FAZ verkünden. Die Deutsche Bundesbank plant indes bisher keine Abschaffung der Münzen und beruft sich als Begründung auf genau denselben Bericht der Kommission aus dem Jahr 2018. Demnach besitzen Ein- und Zwei-Cent-Münzen in der Bundesrepublik eine unverändert hohe Akzeptanz. (fp)